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Protokoll Nr. 3 (Vorstandssitzung 1899)   
von:    
am: 07.01.08, 21:05   

Protokoll der Vorstandssitzung vom 26. Oktober 1899

1. Das Prot. der Vorst.-Sitzung vom 26. September wird genehmigt.
2. Der Vors. teilt mit, dass die beabsichtigte Besichtigung der Ruine der Kirche Alt-Rhoden durch Herrn Prof. Schulze (Greifswald) laut telegraphischer Abbestellung dieses Herren leider nicht habe stattfinden können und nun dadurch erst frühestens in ½ Jahre bei der eventuellen Anwesenheit des Prof. in Arolsen stattfinden werde.
Die Mitgliedskarten sind von der Firma Keseberg (Hofgeismar) bis jetzt noch nicht eingetroffen.
Herr Tröll, dessen Gehilfe und der Vorsitzende haben zwei Zugangswege zu der Bank am Hagenberge hergestellt.
Auf das Ausschreiben der Anfertigung der Wegbezeichnung der Tour Welda durchs Eichholz sind zwei Angebote von Herrn Aug. Runte für 14 M bzw. von Herrn Chr. Grineisen II für 15 M eingegangen. Der Vorstand wird in der nächsten Hauptversammlung den Antrag stellen, ersteres Angebot als Betrag der Herstellungskosten der Tour Welda zu bewilligen.
Über die Frage einer eventuell anzubringenden Tourentafel, enthaltend alle vom V. bereits angeleg-ten und noch anzulegenden Wegebezeichnungen, geht die Ansicht der Mehrzahl der Vorstands-mitglieder dahin, eine derartige Anschaffung späterer Zeit vorzubehalten.
Auf Antrag des Herrn Chr. Grineisen II werden mehrere Aufrufe zum Besten des Baus des Bismarckturmes an bisher unberücksichtigte Adressaten abgesandt.
Die Generalversammlung findet am 29. Oktober, 8 Uhr statt. - Herr Pastor Kalb, Wethen, hat sich bereit erklärt, einen Vortrag über die Entstehung der hiesigen Gebirge zu halten.
Herr Pastor Mecklenburg hat sich zum Eintritt angemeldet.


Protokoll der Hauptversammlung vom 29. Oktober 1899

1. Das P. der Hauptversammlung vom 16. Juli wird genehmigt.
2. Herr Hartmann fragt an, welche Schritte in der Angelegenheit der Errichtung der Fahnenstange auf dem Hohenstein getan seien. Es wurde die Erklärung abgegeben, dass die von Herrn Oberför-ster gestiftete Fahnenstange für zu schwach befunden sei.
3. Der Schatzmeister, Herr Hartmann, berichtet über das Ergebnis der Lotterie, welches, kurz zusammengefasst, folgendes ist: Einnahmen: 250 Mark; Ausgabe (für Stempel.., Uhr, Porto) 47,80 Mark; Überschuss: 202,20 Mark. Denjenigen, welche durch Stitung von Geschenken oder durch andere Mühewaltungen zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, spricht der Vors. im Namen des Vereins seinen Dank aus.
4. Angelegt wurde die zweite Tour nach Eilhausen (über den Brökerberg). Von dem Vorstande wurden ferner ausgearbeitet die Touren Schmillinghausen - Stucksforst und Rhoden -Welda.
5. Die Kosten für das Abonnement einer Fachzeitung (“Touristische Mitteilungen“, die zunächst bei den Vorstandsmitgliedern umgeht, betragen als Vorzugspreis 1,50 Mark.
Die Auslage für die Mitgliedskarten, welche in einfacher, aber starker Ausführung in 200 Exemplaren bereits vorliegen, beläuft sich auf 7,50 Mark.
6. Von der Anlage einer öffentlich anzubringenden Tourentafel, enthaltend alle vom V.V.Rh angelegten Touren, wird wegen der Schwierigkeiten der Anbringung und der Art und Weise der Herstellung vorläufig abgesehen, dagegen die Herstellung kleiner vielleicht Papptafeln und deren Anbringung in den hiesigen Gasthäusern in Erwägung gezogen.
7. Der Schatzmeister berichtet über den Quastturmfonds, indem er die seit der Hauptversammlung am 24. April 99 eingegangenen Spenden einzeln verliest, die den Fonds auf 837, 00 Mark anwach-sen lassen.- Der Vors. empfiehlt den Mitgl., auch ferner zum Besten des Quastturmfonds zu wirken.
8. Die zur Probe an den V.V.Rh. eingesandten Vereinsabzeichen liegen in mehreren Exemplaren vor. Die Beschaffung von je 100 Stück (nach der eingesandten Zeichnung des Vors.) würde 27,50 Mark, die anderer Muster 41,50 M bzw. 45,20 M kosten. Der Antrag des Vorsitzenden, das „einfache Blatt“ zu wählen, wird abgelehnt, ebenso der Antrag Tröll, ein anderes Muster zu wählen, ebenfalls der Antrag Sinemus, die Angelegenheit zu vertagen. - Die Hauptvers. beschließt, keine Vereinsabzeichen anzuschaffen.
9. Der Vors. stellt den Antrag, die Ausgabe der vom Vorstand ausgearbeiteten Tour Rhoden - Welda zu genehmigen. - Angen.
Es sind diesbezügl. 2 Angebote eingegangen. Dasjenige des Herrn Aug. Runte betr. 14 Mark, das des Herrn Chr. Grineisen II 15 Mark. Die Hauptvers. beschließt auf Antrag des Vors., die Ausführung Herrn Aug. Runte zum Preise von 14 Mark zu übertragen. Die Farbzeichen werden in grün mit weißem Rande ausgeführt. Wegen ihrer Anbringung wird der Vors. mit den einschlägigen Behörden in Verbindung treten.
10. Herr Hartmann stellt den Antrag, die Hauptvers. wolle einen namhaften Beitrag zum Quastturmfonds bewilligen. Herr Hartmann begründet eingehend seinen Antrag, beleuchtet die Finanzverhältnisse des Vereins und schlägt vor, 35 Mark zu bewilligen. Die Hauptvers. beschließt demgemäß u. bewilligt die beantragten 35 Mark.
11. Die Angelegenheit einer theatralischen Aufführung. - Herr Hartmann beantragt, eine Kommission zu wählen, welche die Sache in die Hand nimmt. - Angen.
12. Weiterführung der Arbeiten in der Allee. - Der Vors. empfiehlt, die Arbeiten auf je ½ Tag auszudehnen. Herr Fricke habe sich bereit erklärt, ein Fuhrwerk mit zwei Pferden zur Verfügung zu stellen.
13. Vortrag des Herrn Pastor Kalb über die Erdoberflächenbildung der hiesigen umgebung.Der Vortragende legt dar, wie die Gesteinsbildung entweder ein Produkt vulkanischer Tätigkeit der Erde oder durch Zertrümmerung bereits bestandener Steine und Ablagerungen entstanden seien. Eine Abweichung von der Horizontalrichtung der Ablagerungsschichten finde ihre Erklärung
a) in der Einwirkung des Wassers, b) durch Abkühlung der feurigen Masse und c) durch die Kräfte des Erdinneren. - Auf Befragen führte der Vortragende einige Erklärungen an für die Versteinerun-gen im Muschelkalk des Quastes und dem eisenhaltigen Gestein des sogenannten Osterberges. - Der Vors. spricht im Namen des V. dem Vortragenden seinen Dank aus für die interessanten Ausführungen.
14. Es erfolgt die Aufnahme der Mitglieder Pfarrer Mannes (Berlin), Goldberg (Madfeld), Pfrarrer Mechlenburg (Helmighausen), Wirt Neumeier (Wethen), Zimmermann Albracht (Wethen),
Frau Oberförster Köhler (Landau), Frl. Mogk (Rhoden).
15. Es erfolgt die Austeilung von Mitgliedskarten.
16. Zu Kassenrevisoren wurden gewählt Rud. Klaus und Rud. Weber.

Protokoll der Vorstandssitzung vom 28. November 1899

1. Das P. der Sitzung vom 26. Oktober wird genehmigt.
2. Prof. Dr. Schulze (Greifswald) hat laut Mitteilung des Vors. 20 Mark für die Arbeiten in der Alt-Rhoder Kirche eingesandt. - Der von Herrn Kirchner gemachte Kostenanschlag für Räumungs-arbeiten in der Ruine wurde vom KV für zu hoch befunden.
Von Herrn Kammerrat v. Möhlmann wurde bei dem Vors. angefragt, ob der Verein ein besonderes Interesse an der Erhaltung der Prinzenallee habe. Die schwächeren Eichen der Allee würden im Laufe des Winters gefällt werden. In dem weiteren Verlauf der Unterredung mit genanntem Herrn hat der Vorsitzende Gelegenheit genommen, die Erhaltung der Bäume auf dem Schwalefelde zu empfehlen.
3. Stellungnahme zu den Vereinsabzeichen. - Da die Hauptvers. vom 29. Okt. die Wahl eines Vereinsabzeichens abgelehnt hat, nimmt der Vorstand von weiteren diesbezügl. Schritten Abstand.
4. In der Hauptvers. vom 26.10.99 wurde der Vorschlag gemacht, auf der Tour Rhoden-Welda eine Abzweigung über den Germeter Berg nach Warburg anzulegen. Die Vorarbeiten dieser Tour werden inAngriff genommen.
5. Von dem Drucke der Statuten wird vorläufig Abstand genommen, weil der Vorstand bereits in Erwägung gezogen hat, ob nicht etwa eine Eintragung des Vereins als juristische Person beim Amtsgericht erfolgen soll. Der Vors. wird beauftragt, zu dieser Angelegenheit Stellung zu nehmen.
6. Die am Pfeifenteiche anzubringende Bank wird Herrn Wakob zum Preise von 6 M zur
Ausführung übergeben.
Protokoll der Vorstandssitzung vom 25. Januar 1900

1. Das P. der Vorstandssitzung vom 28. Nov. 1899 wird genehmigt.
2. Der Kassierer berichtet über das Ergebnis der theatralischen Aufführungen. Die Einnahmen betrugen 111,30 Mark, die Ausgaben 73,14 Mark, der Überschuss 38,16 Mark. Letzterer wird dem Baufonds des geplanten Quastturmes zugeteilt. - Der Vorstand beschließt, denjenigen Mitwirken-den, die nicht Mitglieder des V.V.Rh. sind, den Dank des Vereins schriftlich abzustatten.
3. Der Kassierer berichtet über den gegenwärtigen Stand des Quastturmfonds. Derselbe betrug am 1. Januar 1900 908, 45 Mark und ist bis dato durch Zinsen, Überschuss der theatr. Aufführungen und Spenden auf 1.024,81 Mark angewachsen.

4. Der Vorstand bearbeitet die Frage: Soll sich der V.V.Rh. als juristische Person eintragen lassen? Nach den Bestimmungen des B.G.B. kann unser Verein entweder als eingetragener Verein oder als Gesellschaft weiter bestehen. Die wichtigeren, entscheidenden Punkte sind folgende: Bei dem eingetr. Verein wird der V. durch seinen Vorstand vertreten, kann klagen; sein Vermögen ist von dem der Mitglieder völlig getrennt. - Bei der Gesellschaft handelt jeder persönlich, selbst bei Rechtsgeschäften, das Vermögen ist ein gemeinsames, jeder Gesellschafter kann die Gesellschaft kündigen ohne Einschaltung einer Kündigungsfrist und den Teil am Vermögen verlangen, den er bei der Auseinandersetzung erhalten würde. Selbst der Gläubiger eines Gesellschafters kann die Gesellschaft ohne Innehaltung einer Kündigungsfrist kündigen. Der Tod eines Mitglieds löst die Gesellschaft auf. - Bei Auflösung des eingetragenen Vereins muss der Fiskus eine Verwendung des Vereinsvermögens im Sinne des Vereins herbeiführen, wenn nicht durch Statut anderes bestimmt ist. - Da die Vorzüge, die der V. als e.V. gegenüber der Organisation als Gesellschaft hat, sofort überzeugend sind, beschließt der Vorstand, der Frage näher zu treten. -
Durch eine Eintragung des V. als juristische Person würden einige notwendige Statutenänderungen herbeigeführt. Die Satzungen müssten nämlich den Namen des Vereins enthalten, sie müssten ergeben, dass der V. eingetragen werden soll, und Bestimmungen über die Form der Berufungen und Beurkundung der Beschlüsse.
Für die Eintragung ist folgende Bestimmung maßgebend: Die Anmeldung kostet das Doppelte, jede weitere Änderung die Hälfte des einfachen Satzes, der je nach der Höhe des Vereinsvermögens berechnet wird. - Damit die Kosten für den Verein nicht unnötig vergrößert werden, beschließt der Vorstand eine Trennung zwischen geschäftsführendem Ausschuss und dem Vorstande vorzunehmen. Der Vors. führt aus, dass eine Person genüge, um den Vorstand zu bilden. Er fragt sich nun, ob der Vorstand von dem bisherigen Vorstand getrennt oder Mitglied des bisherigen Vorstandes oder Vorsitzender desselben sein soll.- Demgemäß beschließt der Vorstand,
1. die Eintragung des V.V.Rh. als juristische Person der Hauptvers. vorzuschlagen.
2. Der Vorstand wird vereinfacht.
3. Der Vorstand besteht aus einer Person.
4. Anstelle des bisherigen Vorstandes tritt der geschäftsführende Ausschuss.
5. Der neue Vorstand muss zum geschäftsführenden Ausschuss gehören.
6. Der neue Vorstand ist Vorsitzender des geschäftsführenden Ausschusses.
7. Der neue Vorstand wird auf drei Jahre gewählt.
8. Er wird durch absolute Majorität gewählt.
9. Wenn keine absolute Majorität stattfindet, so findet Nachwahl zwischen den 2 Kandidaten statt, die die meisten Stimmen haben.
10. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.
11. Der Vorstand wird auf bestimmte Wahlperioden gewählt.
Der Vorstand nimmt die von dem Vorsitzenden vorgeschlagenen Statutenveränderungen an, wie sie in dem Protokoll der Hauptversammlung vom 28. Januar 1900 dargetan sind.
5. Der Vorsitzende bittet, das Versäumnis der Dezember-Vorstandssitzung wegen bekannter Gründe entschuldigen zu wollen.
Herr Hartmann beantragt, der Hauptversammlung vorzuschlagen, den Vorstand bei Anwesenheit von 5 Mitgliedern für beschlussfähig zu erklären.
Protokoll der Hauptversammlung vom 28. Januar 1900

Vor Eintritt in die Tagesordnung bringt der Vors. anlässlich des gestrigen Geburtstages Sr. Majestät auf denselben und auf seine Durchlaucht der Fürsten Friedrich ein Hoch aus, in welches die Versammlung begeistert einstimmt.
1. Das Prot. der Hauptversammlung vom 29.Oktober 99 wird genehmigt.
2. Quartalsbericht. - Der Vors. teilt mit, dass die geplanten Arbeiten in der Allee unterblieben seien, da die Revenüenverwaltung wider Erwarten des Vereins einen Teil der Eichen der Allee, wenn auch nur die schwächeren Exemplare, hat fällen lassen und anzunehmen ist, dass im nächsten Jahre eine weitere Verminderung und zuletzt die vollständige Niederlegung der Eichenallee stattfinden und der in Aussicht stehende Spazierweg somit seines Schutzes und Schmuckes beraubt wird. - Ausgearbeitet sei ferner die Frage über Eintragung des Vereins als juristische Person. Den Ausfall der Vorstandssitzung im Dezember bitte er der Ungunst der derzeitigen Verhältnisse wegen entschuldige zu wollen.
Der Überschuss zum Quastturmfonds, den die theatr. Aufführungen ergaben, blieb wesentlich hinter demjenigen der erstmaligen theatr. Aufführung zurück, welches seinen Grund sowohl in einer größeren Ausgabe als auch in einer geringeren Einnahme hat.
3. Die Hauptversammlung tritt in die Beratung ein über die Eintragung des V.V.Rh. als juristische Person. Nachdem der Vors. der Versammlung die Vorteile des Vereins als e. V. und die Nachteile als Gesellschaft klargelegt hat, welche sich kurz dahin zusammenfassen lassen: Bei dem e.V. ist sowohl die Existenz des Vereins als auch jedes Mitglied gesichert, bei der Gesellschaft ist diese sowohl wie auch jeder Gesellschafter der Willkür eines einzelnen Mitgliedes preisgegeben - und welche in dem Protokolle der Vorstandssitzung vom 25. Januar näher ausgeführt sind.
Empfehlenswert ist eine Vereinfachung des Vorstandes, da jede Veränderung im Vorstande eingetragen werden muss und Kosten verursacht. Für Eintragungen werden berechnet: Die erste Eintragung kostet das Doppelte, Statutenänderungen den einfachen Satz, Eintragungen, die sich auf Veränderungen des Vorstandes beziehen, die Hälfte. der Vorstand, welcher die die brzügl. Frage in der Sitzung am 25. Januar 00 durchgearbeitet hat, legt der Versammlung folgende Anträge vor:
1. Der V.V.Rh. soll als juristische Person eingetragen werden. - Angen.
2. Der Vorstand wird vereinfacht. - Angen.
3. Der Vorstand besteht aus einer Person. - Angen.
4. Anstelle des bisherigen Vorstandes tritt der geschäftsführende Ausschuss. - Angen.
5. Der neue Vorstand muss zum geschäftsführenden Ausschuss gehören. - Angen.
6. Der neue Vorstand ist Vorsitzender des geschäftsführenden Ausschusses. - Angen.
7. Der neue Vorstand wird auf drei Jahre gewählt. - Angen.
8. Er wird durch absolute Majorität gewählt. - Angen.
9. Wenn keine absolute Majorität stattfindet, so findet Nachwahl zwischen den 2 Kandidaten statt, die die meisten Stimmen haben. - Angen.
10. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. - Angen.
11. Der Vorstand wird auf bestimmte Wahlperioden gewählt. - Angen.
Durch Annahme dieser Beschlüsse sind einzelne Statutenveränderungen nötig geworden. - Es wird beschlossen, die § § einzeln durchzugehen.
§ 1 Bleibt.
§ 2 erhält die Überschrift: „Name und Sitz des Vereins“. - Angen.
Der bisherigen Fassung geht voraus: „ Der Name des Vereins ist V.V.Rh.. Der Verein soll in das Vereinsregister eingetragen werden.“ - Angen.
§ 3 u. 4. werden zu einem neuen § 3 zusammengezogen, der die Überschrift erhält: „ Mitgliedschaft und Pflichten der Mitglieder“. - Angen.
Pastor Kalb beantragt, in dem ersten Satz das Wort 'unbescholten' zu streichen. - Angen.
§ 4 bekommt die Überschrift: „Der Vorstand“. - Angen.
Er lautet: „Der Vorstand besteht aus einem Vereinsmitgliede, welches durch absolute Majorität aller in der betreffenden Hauptversammlung anwesenden Mitglieder in geheimer Wahl gewählt wird. Stellt sich bei der Wahl eine absolute Mehrheit nicht heraus, so ist nur unter den zwei Kandi-daten zu wählen, welche die meisten Stimmen erhalten haben. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Der Vorstand wird auf drei Jahre gewählt, und zwar bis zur ersten Hauptversammlung des Jahres 1903, 1906, 1909, etc. Ersatzwahlem gelten nur bis zu diesenTerminen. - Angen.
Hinzu kommt auf Antrag des Herrn Pfr. Kalb laut Beschluss: „Die Widerruflichkeit der Bestellung wird auf den Fall beschränkt, dass ein wichtiger Grund für den Widerruf vorliegt, insbesondere grobe Pflichtverletzung oder Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung.“
§ 5 erhält die Überschrift: „Stellung, Pflichten und Rechte des Vorstandes.“ - Angen.
Er lautet: „Der Vorstand ist der gesetzliche Vertreter des Vereins. Vergl. § 26, Abs. 2 des BGB.
Er hat die ihm durch die §§ 59, 64, 67, 71, 72, 77, des BGB zustehenden Pflichten zu erfüllen.
Er ist Mitglied und Vorsitzender im geschäftsführenden Ausschuss. Er kann sich durch den Beigeordneten (ersten Bezirksvorsteher) vertreten lassen. Der Vorstand beruft, eröffnet, leitet und schließt sämtliche Sitzungen und Versammlungen, führt die Korrespondenz und die Verhandlungen mit Dritten und verwahrt die Akten und das bewegliche Inventar des Vereins.“ - Angen.
§ 6 erhält die Überschrift: „Der geschäftsführende Ausschuss“. - Angen.
Der § entspricht dem bisherigen § 5 mit den sich ergebenden Änderungen. Er beginnt: „Der geschäftsf. Ausschuss besteht aus dem Vorstande als Vorsitzender und 9 weiteren Mitgliedern, dem Schriftführer etc. Diese 9 Mitglieder werden in der ersten Hauptversammlung des Jahres mit einf. Stimmenmehrheit der anwesenden Mtglieder durch Stimmzettel gewählt. Sie bleiben im Amte bis zur ersten Hauptversammlung des nächstfolgenden Jahres. Der Beisitzende ...etc.“ - Angen.
§ 7 erhält die Überschrift: “Pflichten und Rechte des geschäftsführenden Ausschusses“. - Angen.
Er entspricht dem bisherigen § 6. Für „Der Vorstand“ ist zu setzen „Der geschäftsführende Ausschuss.“ Er erhält den Zusatz: „Über den Gang der Verhandlungen und über alle Beschlüsse wird vom Schriftführer oder einem vom Vors. zu ernennenden Vertreter desselben Protokoll geführt. Das Protokoll wird, nachdem es genehmigt ist, vom Vorstande und dem betreffenden Schriftführer unterzeichnet. Durch diese Unterzeichnung werden die wörtlich im Protokoll anzuführenden Beschlüsse beurkundet.“ - Angen.
Herr Hartmann beantragt, dass zur Beschlussfähigkeit statt 6 fünf Mitgl. erforderlich sind. - Angen.
Der bisherige § 7 wird gestrichen. - Angen.
§ 8 und 9 bleiben.
In § 9 tritt anstelle des Wortes „Vorstand“ das Wort „Ausschuss“. - Angen.
§ 10 (“Abstimmungen“) erhält den Zusatz : “Zur Gültigkeit eines Beschlusses ist nicht erfoderlich, dass der Gegenstand bei der Berufung bezeichnet war. Über Protokoll und Beurkundung der Beschlüsse gelten die Bestimmungen des § 7, Abs. 3. Im übrigen gelten die Bestimmungen der §§ 34, 71 des BGB.“ - Angen.
§ 11 bleibt.
§ 12 (“Das Vereinsjahr“) erhält nach dem ersten Absatz den Zusatz: „Im übrigen gelten die Bestimmungen der §§ 36, 37, des BGB. Im zweiten Absatz ist hinter ... „des Vorstandes“ ... zu setzen „bzw. des Ausschusses“; im dritten Abs. statt „dem Vorstande“ „dem Ausschusse“. - Ang.
§ 13 erhält die Überschrift „Einladungen und Bekanntmachungen.“ - Angen.
Er erhält die Fassung: „Die Ladung zu den Hauptversammlungen und Sitzungen des Ausschusses sowie die Bekanntmachungen erfolgen durch den Vereinsboten. Die Ladungen müssen Tag, Stunde, Ort der Verammlung bzw. der Sitzung enthalten u. vom Vorstande unterzeichnet sein.
Es muss den durch den Vereinsboten zu ergehenden Ladungen eine Liste der zu Ladenden beigefügt sein, in der die Geladenen die Einsicht in die Ladung vermerken. Es sind in der Regel nur die in Rhoden und die in den angrenzenden Ortschaften ansässigen Mitglieder zu laden. Die Weise der Ladung der letzteren bleibt dem Vorstande überlassen. Nur wenn die Auflösung des Vereins auf der Tagesordnung steht, sind sämtliche Mitglieder zu laden.“ - Angen.
§ 14 erhält den Zusatz: „Im übrigen gelten die Bestimmungen der §§ 42, 53, 73, 76 des BGB. Ang.
Der Antrag, dass die Statutenänderungen von dem heutigen Tage an Gültigkeit haben sollen, wird angenommen.
4. Jahresbericht. Er war von dem Schriftführer Sinemus übernommen und legte dar, welche Anla-gen an Bänken, Tourenbezeichnungen, Pflanzungen von Bäumen in diesem Jahr entstanden, wie der V. für die Vermehrung des Quastturmfonds tätig, wie er bestrebt war, einen Spazierweg in der Eichenallee zu schaffen, die alte Ruine Alt-Rhoden vor gänzlichem Verfall und alte, ehrwürdige Bäume mehrerer Bezirke vor der Niederlegung zu bewahren, wie er es versucht hat, durch interessante und belehrende Vorträge Verständnis für das zu wecken, was in der Erde, was drauf, was speziell hier und in der hiesigen Umgegend lebt und wirkt und wie es ihm schließlich gelungen ist, Freunde in nah und fern für seine Sache zu gewinnen. Mit dem Wunsche des ferneren Gedeihens schloss der Bericht.
Im Anschluss daran erstattete der Schatzführer den Kassenbericht, der als Summe der Einnahme auf 164,35 Mark, der Ausgaben auf 153,04 Mark und einem Überschuss von 11,35 Mark lautete.
Der Quastturmfonds hatte eine Einnahme von 969,65 Mark, Ausgaben von 11,00 Mark, bleibt ein Kassenbestand von 958, 45 Mark.
Seit dem 1. Januar 1900 sei aber der Kassenbestand des Quastturmfonds auf 1024,81 Mark angew.
Die Kassenrevisoren Herr Rud. Weber und Herr Rud. Klaus erklären, dass sie die Rechnung für richtig befunden haben und befürworten die Entlastung des Kassierers. - Angen.
Auf Antrag des Vors. wird der Überschuss von 11,35 Mark in die Vereinsrechnung von 1900 überwiesen.
5. Der Vorstand in seiner Gesamtheit wird entlastet.

6. Neuwahlen. - Es wurde zur Wahl des Vorstands geschritten. Es wurden von 29 anwesenden Mitgliedern des V.V. Rh. 29 Stimmzettel abgegeben. Es erhielten Rektor Grünewald 26 Stimmen, Apotheker Hartmann 1, Postverwalter Tröll 1, Handelsmann Jul. Levy 1 Stimme. Rektor Grünewald ist somit gewählt. derselbe erklärt, dass er die Wahl annimmt
Darauf erfolgte die Wahl der Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses. - der Schriftführer Sinemus erklärt, eine Wiederwahl ablehnen zu müssen. Als Schriftführer wurde gewählt Herr Postverwalter Tröll mit 16 Stimmen, Als Schatzmeister Herr Hartmann (25 St.), 1. Bez.-Vorst.
Dr. Götte (24 St.), 2 Bez.-Vorst. Aug. Runte (24 St.), 3. Bez.-Vorst. Fr. Runte (20 St.), 4. Bez.-Vorst. Rud. Klaus (21 St.), 5. Bez.-Vorst. Chr. Grineisen (17 St.), 6. Bez.-Vorst. W. Bracht ( 7 St.),
7. Bez.-Vorst. G. Haupt, Wrexen (21 St.).
Sämtliche Herren erklärten, die Wahl annehmen zu wollen.

7. Bestellung des Vereinsboten. - Die auf der Januar-Hauptversammlg. für den Vereinsdiener festgesetzte Entschädigung beträgt 10 Mark. Herr Heymann stellt den Antrag, die Entschädigung auf 12,50 Mark zu erhöhen. - Abgelehnt.
Herr Hartmann beantragt, den bisherigen Satz beizubehalten. - Angen.
Herr Polizeidiener Pröpper wird zum Vereinsdiener gewählt. Die ihm zu zahlende Vergütung beträgt 10 Mark. Herr Pröpper erklärt, dass er die Wahl annimmt.
8. Aufnahme neuer Mitglieder. - Es haben sich gemeldet Herr Lehrer Höhle (Herbsen), Herr Fr. Götte, Herr Ludwig Knippschild. Dieselben werden in geheimer Wahl sämtlich angenommen.
9. Erhebung der Beiträge. - Herr Hartmann beantragt, der V. wolle in einigen Lokalblättern bekannt geben, dass noch einzelne Gewinne der Quastturmlotterie vorhanden und bis zu einem festzusetzenden Termin abzuholen seien. Herr Hartmann erklärt ferner, dass das Geldgeschenk von 30 Mark, gestiftet von Herrn Levy, Rechtsanwalt in Kassel, nicht auf die Einnahme ds V.V. gesetzt werden könne, da die Schützengesellschaft, welche obige 30 Mark auszahlen sollte, aus offenbar guten Gründen die Auszahlung beanstande. Es möge Herrn Levy bedeutet werden, sich persönlich mit der Schützengesellschaft in Verbindung zu setzen. - Herr Pfr. Kalb schlägt vor, die Abstim-mungen für die Aufnahme neuer Mitglieder fernerhin durch schwarze und weiße Kugeln vornehmen zu lassen. Der Vors. erwidert, dass er die Hoffnung hege, bis zum Termin, der obige Geschäfte erfordern sollte, ein diesbezügliches Geschenk zu erhalten.
Herr Pastor Kalb beantragt folgende Resolution an die Revenüenverwaltung einzusenden: “ Der V.V. Rh. bedauert, dass die Tätigkeit des Vereins von Seiten der Revenüenverwaltung wenig Entgegenkommen findet und betrachtet die Fällung der alten Eichenallee in Rhoden als einen Akt großer Unfreundlichkeit gegenüber dem Verein und gegenüber der Stadt Rhoden.“ - Abgelehnt.


Protokoll der außerordentlichen Hauptversammlung vom 5. Februar 1900

1. Das P. der Hauptversammlung vom 28. Januar 1900 wird genehmigt.
2. Zur Tagesordnung „Unterschreibung der durch die Beschlüsse der letzten Hauptversammlung geänderten Statuten“ begründet der Vors. die Einberufung der heutigen außerordentlichen Haupt-versammlung mit der in den nächsten Tagen zu erfolgenden Abgabe der Statuten an das Amtsge-richt. Die Statuten liegen in drei Ausfertigungen vor; letztere werden verlesen bzw. verglichen und nach geringen Richtigstellungen genehmigt und schließlich vom Vors. Herrn Rektor Grünewald, von 6 Ausschussmitgliedern und 14 Mitgliedern unterschrieben. Hiernach verliest der Vors. die wegen Eintragung des Vereins in das Vereinsregister an das Amtsgericht in Arolsen abzusendende Erklärung.

Protok. über die nach der a.o. Hauptversammlg. abgeh. Ausschusssitzung vom 5. Febr. 1900

1. Das P. der Vorstandssitzung vom 25. Jan. 1900 wird genehmigt.
2. Der Vors. legt eine Disposition zu einer Geschäftsordnung vor, schildert an Hand von Beispielen die Übelstände, die ohne Geschäftsordnung bereits eingetreten sind und für die Folge noch vorkommen können. Nach einer kurzen Diskussion stellt der Vors. den Antrag, eine in der von ihm angegebenen Weise zu entwerfende Geschäftsordnung anzunehmen. Dieser Antrag wurde einstim-mig angenommen und eine Kommission, bestehend aus dem Vors. und dem Schriftführer, zur Ausarbeitung beauftragt.


Protokoll der Ausschusssitzung vom 24. April 1900

1. Das P. der Ausschusssizung vom 5. Febr. wird genehmigt.
2. Mitteilungen. - Zunächst teilt der Vors. mit, dass der Verein unter Nr. 1 im Vereinsregister eingetragen ist. Der Schatzmeister Herr Hartmann fügt hinzu, dass er vom Amtsrichter Dr. Köhler gesprächsweise vernommen habe, dass der Antrag um Eintragung des Vereins ins Vereinsregister nach jeder Richtung so korrekt gewesen sei, dass dessen Genehmigung entgegen den Anträgen verschiedener anderer Vereine ohne jegliche Ausstellung hätte erfolgen können.
Weiter bringt der Vors. zur Kenntnis, dass die Genehmigung zur Durchführung des Tourenweges Rhoden - Welda durch die von Brakel'schen Waldungen eingegangen sei.
Schließlich macht der Vors. von der Entdeckung von Befestigungen am Ramserberg nähere Mitteilung. Der Vors. hat sich wegen Forschung des Alters dieser und der übrigen Befestigungen im Quast mit dem Museumsdirektor, Prof. Dr. Schuchardt in Hannover, in Verbindung gesetzt.
Prof. Schuchardt habe inzwischen einen Vortrag in Aussicht gestellt, der Winke und Merkzeichen enthalte, auf Grund derer man das Alter derartiger Verschanzungen usw. feststellen könne.
3. Wegen Beschaffung eines anderen Vereinsstempels mit dem Zusatz „e. V.“ stellt der Herr Schatzmeister die gelegentliche Erkundigung bei Firmen in Aussicht.
4. Auffrischung der Wegezeichen. - Um die Auffrischung möglichst kostenlos auszuführen, sind die Mitgl. Rektor Grünewald, Schreinermstr. Grineisen II und Postverwalter Tröll bereit, diese Arbei-ten verrichten zu helfen. Herr Fr. Runte erbietet sich, zu der Ausführung eine leichte Leiter zu liefern.
5. Herr Apotheker Hartmann beantragt, die auf dem Hohenstein aufzustellende Fahnenstange, welche schon längere Zeit durch Schenkung in Aussicht stehe, aber bis jetzt nicht geliefert wurde, nunmehr aus den Mitteln des Vereins zu beschaffen. Der Antrag wird angenommen und dem Vorschlage, die Lieferung der Fahnenstange - in den Landesfarben angestrichen, zum Umlegen mit Verschluss - 10 m hoch und 20 cm stark auszuschreiben, zugestimmt.
6. Fortsetzung in der Ausarbeitung der Touren. - Der Vors. legt den Plan zu einer Tour Rhoden - Warburg vor und hofft, den Warburger Gebirgsverein für diese Tour zu interessieren, so dass dieser die auf die Teilstrecke Warburg - Landesgrenze entfallenden Kosten trägt.
der Herr Vors. schlägt weiter Wegebezeichnungen nach der Orpe, nach dem Rhoder Hammer, dem Pickhards- und Ottenshammer vor und stellt deren Ausarbeitung in Aussicht.
7. Hinsichtlich der Geschäftsordnung legt der Vors. der Kommission eine Ausarbeitung vor. Der Entwurf erstreckt sich zunächst über die wichtigsten Teile, und zwar über zur Beratung gestellte Anträge und über die Abstimmung und Aufhebung eines Beschlusses.
Die Ausführungen über Anträge a - g werden vom Ausschuss angenommen. Diejenigen über Abstimmung a, c, d, e und f finden ebenfalls im Entwurf Annahme, während Absatz b (Enthal-
tungen bei Abstimmungen) nach einer Änderung angenommen wird. Der Absatz über Aufhebung eines Beschlusses wird angenommen.
Der Vors. stellt zum Schlusse die Vorlegung des so festgestellten Teils der Geschäftsordnung der nächsten Hauptversammlung in Aussicht.
8. Verschiedenes. - Vors. teilt mit, dass die März-Sitzung wegen Erkrankung des Vors. ausfallen musste. Die Abhaltung der Hauptversammlung stehe für den 1. Sonntag im Mai in Aussicht.
Postverw. Tröll beantragt die Aufstellung je einer Bank auf den Siebenbuchen und an der Quastholle. Beschaffenheit der Bänke: 2 m lang, mit Seitenlehnen und grünem Anstrich. - Angen.
9. Der vom Schriftführer verfasste Jahresbericht, welcher in etwa 30 Exemplaren gedruckt vorhanden ist, wird auf Vorschlag des Vors. mit Genehmigung des Ausschusses den auswärtigen Mitgliedern übersandt.

Protokoll der Hauptversammlung vom 6. Mai 1900

1. Das P. der a. o. Hauptversammlung vom 28.Febr. wird genehmigt.
2. Quartalsbericht. - Der Vorstand teilt mit, dass der V. im Vereinsregister unter Nr. 1 seit 6. März eingetragen sei. An Kosten seien hierfür nur 4,63 Mark enstanden. Bezügl. der Tätigkeit des Vorstandes schickt Vors. zunächst voraus, dass durch seine Erkrankung die Arbeiten langsamer als bisher fortgeschritten wären. Im Berichte dann fortfahrend, teilt der Vors. mit, dass der Tourenweg nach Welda, nachdem die Genehmigung des Herrn von Brakel eingegangen, voraussichtlich nächsten Donnerstag ausgeführt werde. Ferner würde die Bank über den Pfeifenteichen demnächst gesetzt. Beschlossen wurde in der letzten Ausschusssitzung die Aufstellung je einer Bank an denSiebenbuchen und an der Quastholle. Geplant sei weiter die Erneuerung des Anstrichs der Wegezeichen und die Anbringung einer Fahnenstange auf dem Hohenstein für Rechnung des Vereins. Tourenwege würden nach der Orpe ausgearbeitet und der nächsten Versammlung hierüber nähere Mitteilung gemacht werden. Der Vorstand plant auch einen Tourenweg nach Warburg auszuarbeiten und hofft, einen Teil der entstehenden Kosten vom Gebirgsverein Warburg zu erhalten.
Nach Beschluss des Ausschusses soll den auswärtigen Mitgl. der Generalbericht für 1899 mit der Mitgliedskarte zugestellt werden. Im Plan liegt ferner, den Hohenstein durch Anlegen von Wegen und durch Anpflanzungen zu verschönern, nachdem die Tätigkeit des Vereins in der Prinzenallee durch das Fällen einiger Eichen unliebsam unterbrochen wurden.
Beträge zum Quastturmbaufonds gingen in letzter Zeit spärlicher ein. In dieser Angelegenheit sei die Einholung der Genehmigung des Fürsten zur Aufstellung des Turmes geplant.
Der Vorstand macht hiernach ausführliche Mitteilung über die entdeckten Verschanzungen am Ramserberg. Dr. Schuchardt in Hannover , mit dem Vorstand wegen der Quastbefestigungen in Verbindung getreten, wird demnächst einen Vortrag über Befestigungen aus der Sachsenzeit senden. Der Vorstand hofft, dass von dieser kundigen Seite die Verschanzungen im Quast besich-tigt werden möchten. - Herr Haupt schlägt einen Ausflug nach den Verschanzungen vor. -
Der Vorstand hält einen Wegeanschluss nach Wrexen von dem Lager auf dem Gaulskopf für zweckmäßig.
3. Fahnenstange auf dem Hohenstein. - Schatzmeister Hartmann empfiehlt den Mitgliedern die Beschaffung der Fahne. Vorsitzender teilt mit, dass auf das Ausschreiben der Fahnenstange keine Angebote eingegangen seien. Es wird hierauf auf die Schwierigkeiten der Aufstellung der Stange auf dem felsigen Boden aufmerksam gemacht. Zimmermeister Bracht schägt vor, mit Beneke einen Kostenanschlag einzureichen. Grineisen II erbietet sich, die Anlage für 25 Mark herzustellen. Vorsitzender ist der Meinung, die Sache an Ort und Stelle zu prüfen. Um aber die baldige Ausführung durch den Ausschuss zu ermöglichen, möge die Generalversammlung einen Betrag bewilligen.
Grineisen II schlägt 30 Mark vor. Der Vorsitzende beantragt, die Hauptversammlung wolle die Anschaffung beschließen und bis zu welchem Betrag der Ausschuss dabei gehen darf. Herr Lehrer Martin ist gegen die Beschaffung der Fahne, weil eine solche luxuriöse Anschaffung den Auswärti-gen nicht genehm sein könne. Tröll spricht sich für die Anlage aus. Die Versammlung beschließt hierauf, dem Ausschuss zur Ausführung Vollmacht bis zu einem bestimmten Betrage zu geben. Antrag des Vors. hierzu lautet:“bis 20 Mark“. Erweiterungsantrag von Grineisen: „30 Mark“. Beide Anträge finden keine Zustimmung. Antrag: „bis 25 Mark“ wird angenommen.

4. Geschäftsordnung. Der Vorsitzende teilt mit, dass der Ausschuss die Einführung einer Geschäftsordnung beschlossen habe. Die Geschäftsordnung soll im Dienste des Vereins stehen, sie soll die freie Entwicklung fördern und streitige Fälle schnell entscheiden.
Der Vors. liest hiernach die Disposition zur Geschäftsordnung vor.
Ausgearbeitet sind bereits die wichtigsten Teile, und zwar diejenigen über Anträge, Abstimmung und Aufhebung eines Beschlusses. Der Vors. empfiehlt die Annahme der Geschäftsordnung.
Martin wünscht, dass ein Teil der ausgearbeiteten Geschäftsordnung verlesen wird. Er hält die Ausführung für gut, doch sei sie für unsere Verhältnisse nicht erforderlich. Die Geschäftsordnung wird hierauf angenommen. Ein weiterer Antrag des Vorsitzenden geht dahin, die Geschäftsordnung nach der vorgelesenen Disposition nach und nach auszuarbeiten. - Angenommen.
Es werden hierauf die wichtigsten Punkte des 4. Teils der Gesch.-Ordnung ( „Die Mitglieder-versammlung“) durchberaten.
Die Absätze unter 2a (Zur Beratung gestellte Anträge), b (Gegenanträge) und c (Abänderungs-anträge) werden im Entwurfe angenommen. Absatz d) (Antrag auf Schluss der Debatte) findet nach der von Martin angeregten Abänderung, wonach ein Redner unterbrochen werden darf, Zustimmung. Die Abschnitte e) (Antrag auf Vertagung), f) (Übergang zur Tagesordnung),
g) (Zurückziehung eines Antrags) und h) (Zurückweisung eines Antrags) werden wieder im Entwurfe angenommen.
Zum Absatz 3 (Abstimmung): Der Entwurf zu b) wird auf Antrag des Herrn Martin dahin geändert, dass jedes Mitglied berechtigt ist, sich der Abstimmung zu enthalten. Die übrigen Absätze unter 3, und zwar a), c), d), e) und f) werden ohne Änderung angenommen. Ferner finden die unter 4 (Aufhebung eines Beschlusses) aufgeführten Absätze a) und b) im Entwurfe Zustimmung.

5. Aufnahme neuer Mitglieder. Als Mitglieder aufgenommen wurden die Herren Lehrer Schöneweis (Orpethal) und Kaufmann Stöcker (Hörde).
Schluss der Versammlung gegen 12 Uhr.


Protokoll der Ausschusssitzung vom 25. Mai 1900


1. Das Protokoll der Sitzung vom 24. April 1900 wird genehmigt.
2. Mitteilungen. Der Vorsitzende teilt zunächst mit, dass die Bank am Neudorfer Wege gesetzt sei und deren Aufstellung Beifall gefunden zu haben scheine. Grineisen empfiehlt einen nochmaligen Anstrich der Bank.
Weiter macht der Vors. die Mitteilung, dass der Touristenweg nach Welda fertiggestellt sei;
die Ausführung sei mit Rücksicht auf den steinigen Boden im Eichholz eine schwierige gewesen. Es wäre aber ein herrlicher Tourenweg geschaffen.
Bezüglich der Befestigungen im Quast liest der Vors. einen Brief des Herrn Dr. Schuchhardt (Hannnover) vor. Letzterer hält das Lager am Gaulskopf für eine Volksburg aus der sächsisch-karolingischen Zeit. Dr. Schuchardt stellt seinen Besuch in Aussicht.
3. Vergebung der Bänke. 1) Bank auf dem Quast; Angebot des Chr. Grineisen: 8 Mark; Der Vors. beantragt die Übertragung der Arbeit zu diesem Preis an Grineisen. - Angenommen.
2) Bank auf den Siebenbuchen; Angebot von A. Runte für 8 Mark; die Arbeit wird dem Antrage des Vorsitzenden gemäß an Runte übertragen
4. Fahnenstange auf dem Hohenstein. Der Vors. teilt mit, dass der Ausschuss lt. Beschluss der letzten Hauptversammlung bis zu 25 Mark Vollmacht habe, die Stange zu beschaffen. Eingegangen sind Angebote von Heinrich Beneke über 48 Mark 62 Pf. und von Chr. Grineisen II über 25 Mark. Es entsteht eine längere Debatte über die Art der Befestigung der Stange in dem felsigen Boden. Nach reiflicher Überlegung sieht man ein, dass sich die Beschaffungskosten bei Aufstellung der Stange nach den Angaben unter Nr. 5 des Protokolls vom 24. April zu hoch belaufen dürften.
Tröll stellt den Antrag, die Anbringung der Fahne auf dem Schlosse ins Auge zu fassen und zu diesem Zweck von maßgebender Stelle Erkundigungen einzuziehen. Nachdem hierüber debattiert ist, zieht Tröll den Antrag zurück. Dr. Götte empfiehlt, die Anschaffung zurückzustellen.
Vom Vors. wird nunmehr in Erwägung gezogen, die Stange ohne die kostspielige Befestigung überhaupt einfacher und somit billiger zu beschaffen. Chr. Grineisen ist bereit, für 10 M die Fahnenstange mit einfachem Anstrich zu stellen. Der Antrag des Vors., Grineisen die Arbeit zu übergeben, wird mit 7 gegen 1 Stimme angenommen.

5. Touristenweg Orpethal.
Es kommen hierbei drei Wege in Betracht: 1) nach Büllinghausen über Ottenshammer; 2) nach dem Rhoder Hammer u. 3) nach Pickhardtshammer.
Nach dem vorliegenden Projekt sind nur 13 Wegezeichen bei der Gesamtanlage erforderlich. Die drei Touren sollen sämtlich von der Flüburg an beginnen: nach Ottenshammer weiß-grün-weiß und nach Pickhardts- u. Rhoder Hammer weiß-blau-weiß. Der Ausschuss nimmt diese Vorschläge einstimmig an.
6. Geschäftsordnung. Fr. Runte stellt den Antrag, diesen Punkt zu verlegen. - Angen.

Sonstiges: Der Vors. stellt in Aussicht, einen Teil des Ertrags aus dem kürzlich abgehaltenen Konzert in Wrexen zum Quastturmbaufonds zu erhalten.



Protokoll der Ausschusssitzung vom 29. Juni 1900


1. Das Protokoll der am 25. Mai abgehaltenen Ausschusssitzung wird genehmigt.
2. Mitteilungen. der Vors. teilt mit, dass der in Aussicht gestellte Betrag, nämlich ... M .... Pf. vom
Musikverein Wrexen inzwischen eingegangen und dem Quastturmbaufonds zugeführt sei.
Der Vorstand habe dem Musikverein für die Zuweisung dieses ansehnlichen Betrages den Dank des Vereins übermittelt. - Weiter berichtet der Vors., dass die Fahnenstange am Hohenstein von dem Unternehmer Grineisen leider nicht geliefert sei. Grineisen bedauert dies ebenfalls mit dem Hinzufügen, dass er für den vereinbarten Preis (10 Mark) die Lieferung und Aufstellung der Stange nicht besorgen könne, weiter fehle es ihm auch noch an einer passenden Stange, deren Beschaffung ihm bisher nicht gelungen wäre. Unter 15 M könne er die Anlage nicht herstellen.
Der Vors. beantragt hiernach die Bewilligung von 15 M als Kosten der Aufstellung der Fahnenstange. - Angen.
Als Lieferzeit der Stange wird Ende Juli festgesetzt.
Die Korbacher Zeitung enthielt vor kurzer Zeit einen von einem Archäologen geschriebenen Artikel über Alt-Rhoden. Von dieser Zeitung ist dem V.V. eine größere Anzahl Exemplare zur Verfügung gestellt worden.
Schließlich teilt der Vors. noch mit, dass Dr. Schuchardt aus Hannover die Befestigung im Quast besichtigt habe, wobei sich des letzteren brieflich ausgesprochene Vermutung, dass es sich um Sachsenburgen handeln könne, bestätigt habe. Die Anlage am Gaulskopf sei die größte von derar-tigen bis jetzt entdeckten Befestigungen aus der Sachsenzeit und bezeichnete das Eingangstor an der Ostseite hinsichtlich der Größe und der charakteristischen Anlage als eine Seltenheit.
Der Vors. stellt für die nächste Hauptversammlung noch nähere Mitteilungen über die Besichti-gung, die allen Erwartungen durchaus entsprochen habe, in Aussicht.

3. Touren nach Orpethal. Ausgearbeitet sind die einzelnen Wegzeichen. Empfohlen wird bei Ausführung derselben, an engen Wegen nicht Pfähle, sondern vierkantige Pfosten anzubringen und die beiden umschlungenen Bäume am Ottenshammerweg (Bild der Ehe) durch ein Hinweisschild und ein Bezeichnungsschild den Touristen kenntlich zu machen. Der Vors. beantragt, dass die Arbeiten in der vorgeschlagenen Weise ausgeschrieben werden möchten. - Angen.
Am Tourenweg durch den Quast sind zwei beschädigte Schilder zu erneuern. Grineisen übernimmt deren Anfertigung.
Der Vors. beantragt zur Anfertigung einer Karte die Beschaffung der neu erschienenen General-stabskarte von Rhoden und Umgegend, wozu vier Kartenblätter erforderlich seien. - Angen.
Sonstiges. Der Vors. schlägt vor, die nächste Hauptversammlung im Quast, tunlichst am 8. Juli, abzuhalten und die Witwe Götte zum Stellen der Wirtschaft zu beauftragen. - Findet Zustimmung.
Zum Schluss stellt der Vors. in Aussicht, die Aufstellung einer Bank im Rießen in den Eichen demnächst zu beantragen. Die Ausführung sei jedoch noch von der augenblicklichen Finanzlage des Vereins abhängig.



Protokoll der Hauptversammlung vom 8. Juli 1900


1. Das Protokoll der Hauptversammlung vom 6. Mai wird genehmigt.
2. Quartalsbericht. Der Vors. teilt mit, dass die Bank über den Pfeifenteichen gesetzt sei und glaubt, dass Platz wie Bank Anklang fänden. Im weiteren sei dieTour nach Welda ausgeführt und die Anlage bezahlt. Bei der Anlage dieser Tour habe man in Folge des steinigen Bodens manche Schwierigkeiten zu überwinden gehabt. Freundlich, ja geradezu feierlich, sei der Vors. als Leiter beim Anbringen der Wegzeichen an der Weldaer Grenze von Baron von Brakel empfangen worden, der zugleich als Ortsvorsteher zu den Herstellungsarbeiten innerhalb der Gemarkung Welda bereit-willigst die Genehmigung erteilt habe. - Nach einem Beschluss des Ausschusses sei in Aussicht genommen, die Aufstellung der Fahnenstange auf dem Hohenstein einfacher und doch haltbar auszuführen, wodurch nur ein Kostenaufwand von 15 M erwachse. - Zur Beschaffung der Fahne hat sich Schatzmeister Hartmann verdient gemacht und wird ihm dafür von Seiten des Vereins gedankt.
Ausgearbeitet und ausgeschrieben seien die Touren nach Orpethal mit dem Ausgange Flüburg.
Weiter beschlossen sei die Beschaffung der Messtischblätter für Rhoden und Umgebung behufs Anfertigung einer Karte für denVerein. Preis: 4 Mark.
Über Alt-Rhoden sei in der Korbacher Zeitung ein Artikel erschienen, der das Fürstl. Konsistorium weiter auf diesen historischen Ort aufmerksam mache.
Als ein wichtiges ereignis dieses Quartals bezeichnet der Vors. die Besichtigung der alten Quast- Verschanzungen durch Dr. Schuchardt aus Hannover. Dr. Schuchardt habe festgestellt, dass die alten Befestigungen Sachsenburgen seien. Walsburg und Leuchte gehörten zu kleineren Befesti-gungen und hätten Vorwerke gebildet zu dem Hauptlager auf dem Gaulskopf. Letzteres sei das größte von den bis jetzt entdeckten. Dr Schuchardt habe die gemachten Feststellungen auch wissenschaftlich für hochwichtig bezeichnet, wie dem Herrn überhaupt der Tag im Quast ein sehr interessanter gewesen sei.
Der Vors. gibt eine nähere Beschreibung von den befestigten Plätzen, wie sich Dr. Sch. als Sachverständiger die Burgen, die auch noch Zeichen von früheren Wohnungen aufweisen, denkt. Der Vors. schließt mit der Mitteilung, dass Dr. Sch. im August wiederkommen werde, um Ausgrabungen vorzunehmen.
Bezüglich der Tour nach Warburg sei deren Ausarbeitung im Plane erfolgt und bei dem Gebirgs-verein Warburg durch Anfrage diese Angelegenheit in die Wege geleitet. Endlich sei beschlossen, die angelegten Touren, soweit nötig, auszubessern.
Hinsichtlich der Fahnenstange auf dem Hohenstein stellt das Mitglied Knipschild eine passende Stange zur Verfügung des Vereins, wovon mit Dank Kenntnis genommen wird.
Heymann teilt mit, an der Tour nach Helmighausen fehle vor Helmighsn. ein Wegzeichen, was die Orientierung sehr erschwere.
Knipschild ist bereit, drei Blechstücke, zu Schildern geeignet, dem Verein zu schenken.
Schatzmeister Hartmann berichtet über den Quastturmbaufonds. Hiernach gingen bis jetzt im ganzen 1098 Mark 71 Pf. ein, wovon 1091 Mark verzinslich angelegt sind. Der Redner gibt weiter näheren Aufschluss über den Stand des Vereinsvermögens und ermahnt endlich zur Sparsamkeit, weil nur 47 Mark bar vorhanden seien und die Kosten der Tourenwege ins Orpetal voraussichtlich etwa 25 Mark betragen würden.
Ausschussmitglied Rud. Klaus erbietet sich, die Fahnenstange - von Knipschild geschenkt - nach dem Hohenstein zu fahren. - Wird mit Dank angenommen.
3. Tour nach Orpethal. Dreifache Ausarbeitung. In der Rhodener Gemarkung stößt man bezüglich der Anbringung der Zeichen auf Schwierigkeiten. Es sind dazu zwei kleinere Pfosten, die haltbarer sind als die in ähnlichen Fällen angebrachten Pfähle, in Aussicht genommen. Auf die Ausschrei-bung der Arbeiten zur Tour sind folgende Angebote eingegangen: Grineisen II 25 M, Friele 24 M.
Der Antrag, Friele die Ausführung zu übertragen, wird angenommen.
Herr Bürgermeister Bach hat die Aufstellung einer Bank im vorderen Rießen beantragt.
Der Vors. stellt im Namen des Ausschusses den Antrag, dieselbe zu bewilligen. Nach längerem Für und Wider wird der Antrag fast einstimmig angenommen.
4. Aufnahme neuer Mitglieder. Es haben sich gemeldet die Herren Lehrer Thensfeld (Ammenhausen) und Lehrer Böttcher (Schmillinghausen), die einstimmig aufgenommen wurden.
5. Erhebung der Beiträge.
6. Sonstiges. Der Vors. teilt mit, dass der beabsichtigt gewesene Ausflug verregnet sei und derselbe nunmehr erst im Nachsommer ausgeführt werden könne. Knipschild macht den Vorschlag, den Ausflug tunlichst früher einzurichten. Man ist schließlich dahin einig, ihn entweder schon in 14 Tagen oder sonst später auszuführen.
Der Schatzmeister erwähnt, dass eine Stockung im Eingange der Gelder zum Baufonds eingetreten sei. Er legt den Mitgliedern dringend ans Herz, zur Förderung des Unternehmens weiter beizutragen und empfiehlt dem Vorstande, bei Sr. Durchlaucht dem Fürsten wegen Aufstellung des Turmes vorstellig zu werden. Heymann spricht sich für letzteren Punkt ebenfalls aus. Aus der Versammlung wird lebhaft zugestimmt.


Protokoll der Ausschusssitzung vom 5. Oktober 1900


1. Das Protokoll der Sitzung vom 29. Juni wird genehmigt.
2. Mitteilungen. der Vors. teilt mit, dass die Beschaffung zweier Messtischblätter erfolgt sei. Ferner sei die Aufstellung der Bank auf dem Quast unter der großen Buche ausgeführt - ein hübscher Punkt, der als solcher allgemein anerkannt werde. Weiter seien die Bank auf den Siebenbuchen und die Fahnenstange auf dem Hohenstein gesetzt. Die Fahne habe bereits lustig geflattert. (Anm. des Schriftführers: Die Fahne wurde zum ersten Male am 14. August im Beisein der Ausschussmit-glieder Hartmann, Grineisen, Tröll gehisst).
Hartmann teilt mit, dass die Fahne durch das Anschlagen an eine an der Stange vorstehenden Schraubenmutter bereits einige Male beschädigt worden sei, worauf der Lieferer der Stange Abhilfe dieses Übelstandes in Aussicht stellt.
Der Schatzmeister übernimmt die Verwaltung der Fahne.
Der Vors. macht hiernach die Mitteilung von der stattgehabten Auffrischung der Farben an den Tourenwegen nach der Kroneiche und durch den Quast. Ferner sei die von Meister Grineisen gestiftete Bank in den Fuchslöchern aufgestellt. Letztere Tatsache wird besonders beifällig aufgenommen.
Ausgeführt seien weiter die Tourenwege nach Orpethal, auch sei das fehlende Schild am Wege nach Helmighausen (Abgang nach Haberhausen) durch ein neues ersetzt.
Der geplante Ausflug in den Quast sei am 22. Juli unter Mitbeteiligung des Gesangvereins ausgeführt.
Hinsichtlich der Quastbefestigungen teilt der Vors. mit, dass Dr. Schuchardt aus Hannover in der Versammlung des Hessischen Geschichtsvereins in Karlshafen einen Vortrag über Sachsenburgen gehalten habe, in dem er auch Mitteilungen über die im Quast befindlichen Lager gemacht habe.
Dr. Sch. hält die im Quast aufgefundenen Nebenburgen für charakteristische Merkmale, die Anre-gungen geben, auch bei anderen Befestigungen nach derartigen Nebenanlagen zu forschen.
Schließlich bringt der Vors. zur Kenntnis, dass Forstassessor Huber hier und noch zwei Personen aus Wethen sich zur Aufnahme als Mitglieder gemeldet haben.
3. Bank im Rießen. Nachdem die Aufstellung der Bank von der letzten Hauptversammlung genehmigt worden ist, soll über die Art der Aufstellung beraten werden. Die Bank kommt auf Felsen zu stehen und somit ist deren Befestigung eine schwierige. Nach längerer Debatte ist man dahin einig, dass die Füße der Bank in den Felsen eingelassen und mit Zementguss befestigt werden. Die Bank soll in einer Länge von 1 ½ m mit Rücken- und Seitenlehne hergestellt werden.
4. Weganlage am Hohenstein. Der Ausschuss erklärt sich für die Ausführung einer Weganlage, und zwar durch die Mitglieder.
5. Quastturm. Seit längerer Zeit gehen keine Beiträge mehr zum Baufonds ein. Es ist überhaupt nach dieser Richtung hin ein Stillstand eingetreten, auf dessen Beseitigung Bedacht genommen werden muss, wenn man dem Ziele in den nächsten Jahren näher kommen will. Der Vors. schlägt vor, bei Sr. Durchlaucht dem Fürsten wegen Übernahme des Protektorats vorstellig zu werden und im Falle der Annahme einen neuen Aufruf abzufassen. Das Nächste sei hierzu, sich mit Herrn Geheimem Hofrat von Möhlmann in Arolsen in Verbindung zu setzen. Der Ausschuss stimmt dem zu.
Sonstiges. Dr. Götte beantragt die Aufstellung einer kleinen Bank auf dem Brökerberg, einfach, lediglich zum Ausruhen, 1 ½ m lang, mit Rückenlehne. - Angenommen.
Zum Schluss wünscht der Schatzmeister die Streichung der verstorbenen Mitglieder im Mitgliederverzeichnis.


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