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Protokoll Nr. 4 (Hauptversammlung 1900)   
von:    
am: 07.01.08, 21:06   

Protokoll der Hauptversammlung vom 11. November 1900

DerVors. eröffnet die Versammlung und bemerkt zunächst, dass die Abhaltung der im Oktober fälligen Generalversammlung mit Rücksicht auf die Erntearbeiten sich verzögert habe und dass der letzte Sonntag dazu festgesetzt gewesen sei, aber die Ausführung wegen des Brandunglücks, von dem einige Familien betroffen waren, nicht stattfinden konnte. Hiernach wird das Protokoll der Hauptversammlung vom 8. Juli verlesen und genehmigt verlesen.
Quartalsbericht. der Vorstand berichtet: Der Verein hat sich tätig erwiesen durch Anlage der drei Touren nach Orpethal. Meister Friele war mit deren Ausführung betraut und habe die Arbeiten zur Zufriedenheit aller zu Ende geführt.
Die Farbenzeichen an den Touren nach der Kroneiche und durch den Quast wurden aufgefrischt. Der Vors. hat die Erneuerung der Farben nach der Kroneiche vorgenommen, währenfd Meister Grineisen die Ausbesserung durch den Quast kostenlos ausgeführt habe, wodurch sich derselbe verdient gemacht.
Es sind folgende Bänke gesetzt: Eine auf dem Quast von Meister Grineisen, eine auf den Siebenbuchen von A. Runte und eine schöne Bank wurde von Meister Grineisen gespendet und kostenlos auf den Fuchslöchern aufgestellt. Der Vors. spricht Meister Grineisen hierfür den Dank des Vereins aus.
Ferner steht jetzt die Fahnenstange auf dem Hochstein. Die Fahne, aus freiwilligen Beiträgen beschafft, habe schon manchmal lustig im Winde geflattert. Herr Hartmann hat das Amt eines Fahnenjunkers übernommen. Demselben dankt der Vors. für die Ausdauer, die er beim Aufbringen der Kosten der Fahne an den Tag gelegt hat.
Weiter ist ein passender Platz für die Bank im Rießen ausgesehen. Die Anlage soll indes erst im kommenden Frühjahr ausgeführt werden. Ferner steht die Aufstellung einer kleinen Ruhebank am Brökerberg in Aussicht.
Von den für den Verein zu beschaffenden 4 Messtischblättern sind bisher erst 2 erschienen. Herr Rektor Grünewald hat sich die Mühe gemacht, die Höhenangaben in den Karten durch Farben zu bezeichnen. Das Kolorit findet in der Versammlung ungeteilten Beifall.
Bezüglich Alt-Rhoden ist der Artikel in der Korbacher Zeitung dem Fürstlichen Konsistorium aufgefallen und die Folge hiervon war, dass diese Behörde 100 Mark bewilligt hat. In Folge dessen können die Aufräumungsarbeiten fortgesetzt werden.
Herr Oskar Schreiber (Arolsen) hat versprochen, für Alt-Rhoden eine größere Anzahl Lindenstämmchen zu stiften, und Herr Görg hat sich erboten, diese Stämmchen pflanzen zu lassen. Das Lager auf dem Gaulskopf ist bereits wieder besucht worden, und zwar von Dr. Schuchardt, um Messungen daselbst vorzunehmen. In Karlshafen hat Dr. Sch. einen Vortrag über Befestigungen an der Franken-und Sachsengrenze gehalten, wobei die Entdeckungen im Quast nicht unerwähnt blieben. Im Ausschuss ist behufs Förderung des Quastturmbaufonds beschlossen worden, dass sich der Vorstand mit Geheimem Rat von Möhlmann in Verbindung setze, um der Absicht,
S. Durchlaucht den Fürsten zur Übernahme des Protektorats zu bitten, näher zu treten.
Der Vors. macht schließlich Mitteilung von dem Ableben zweier Mitglieder, Frl. Görg und Wöllbrink, Wrexen. Um das Andenken dieser Verstorbenen zu ehren, erheben sich die Anwesenden von ihren Sitzplätzen.
Anlage eines Weges auf dem Hohenstein. Der Ausschuss ist für die Ausführung dergestalt, dass die Mitglieder die hierzu erforderlichen Arbeiten verrichten. Pastor Kalb ist für ein derartiges Projekt, welches auch von der Versammlung einstimmig angenommen wird. Der Vors. stellt die Inangriff-nahme dieser Arbeiten für Ende November in Aussicht..
Wahl zweier Kassenrevisoren. Hierzu werden die Herren Pastor Kalb und Robert Oxe gewählt.
Vortrag. Der Vortrag fällt wegen vorgerückter Stunde aus.
Aufnahme neuer Mitglieder. Es werden einstimmig als Mitglieder aufgenommen die Herren Forstassessor Huber und Landwirt Karl Neumeyer, Wethen. (Anwesend sind 18 Mitglieder).
Sonstiges. Herr Pastor Kalb kommt mit der schon mehrmals vorgebrachten Klage, dass die Statuten noch immer nicht gedruckt seien, die Mitglieder vom Inhalte derselben deshalb wenig oder gar nichts zu sehen bekämen. Der Vors. legt zwei Exemplare der Statuten auf den Tisch mit dem Hinzufügen, dass jedes Mitglied Gelegenheit habe, die Statuten einzusehen. Bis jetzt seien zum Drucken der Statuten keine Gelder verfügbar gewesen. Jäger schließt sich der Meinung des Pastor Kalb an. Hartmann ist gegen die Drucklegung, weil Ebbe in der Kasse ist und noch Änderungen eintreten könnten.
Der Vors. gibt den ersten Punkt der Begründung zu, glaubt aber, dass Änderungen nicht mehr so leicht möglich sind. Pastor Kalb stellt den Antrag, die Statuten des Vereins zu drucken und den Mitgliedern unentgeltlich zuzustellen. Klaus stellt hierzu einen Abänderungantrag: „Den Mitgliedern gegen Bezahlung aushändigen“.
Grineisen ist gegen den Abänderungsantrag. Hartmann stellt Gegenantrag, das Drucken der Statuten noch zu verschieben.
Tröll unterstützt den Gegenantrag. Pastor Kalb begründet hierauf noch eimal seinen Antrag und hält das Drucken der Statuten für eine dringende Notwendigkeit. Heymann ist dafür, die Statuten auf hektographischem Wege zu vervielfältigen. Hierauf wird Gegenantrag Hartmann mit 11 gegen 7 Stimmen angenommen. Die übrigen Anträge sind damit hinfällig geworden. Hiernach tritt Schluss der Versammlung ein.

Notiz: Die Ausschusssitzung vom 7. Dezember 1900 musste ausfallen, da Ausschussmitglieder in beschlussfähiger Anzahl nicht erschienen,
Von dem anwesenden Vorstande und drei Ausschussmitgliedern wurden folgende Punkte angesprochen:
1. Weg nach dem Hohenstein; 2) Theateraufführung; 3) Vorträge; 4) Aufstellung von Nistkästen.
Zu 1. Erwünscht ist die demnächstige Inangriffnahme des Weges, der eine Besichtigung des Geländes vorausgehen muss.
Zu 2. Bemühungen, um Theateraufführungen zu Stande zu bringen, sind bis jetzt erfolglos geblieben.
Zu 3. Der Abhaltung von Vorträgen an besonderen Abenden ist man abgeneigt, erwünscht dagegen sind Vorträge auf den Generalversammlungen;
Zu 4. Die Aufstellung von Nistkästen für Rechnung des Vereins soll warm unterstützt werden.


Protokoll der Ausschusssitzung vom 1. Februar 1901

1. Das Protokoll der Sitzung vom 5. Oktober 1900 wird genehmigt.
2. Beschaffung von Nistkästen. Der Vors. liest aus dem v. Berlepschen Werkchen (?) einige Abschnitte vor über den Nutzen der Aufstellung von Nistkästen, über die Erfahrungen des von Berlepsch dabei, über Winke bei Aufstellung, Größenverhältnisse der Kästen und Bezug der letzteren. Der Vors. glaubt, einen Vortrag über den Nutzen der Aufstellung von Nistkästen in Aussicht stellen zu können. Der Absicht des Vors., in der Generalversammlung 2 Dutzend Kästen zu beantragen, wird zugestimmt.
3. Hauptversammlung. Es wird vorgeschlagen, die nächste Versammlung der auswärtigen Mitglieder wegen des Nachmittags 4 Uhr abzuhalten. - Vorschlag angenommen.
4. Sonstiges. -


Protokoll der Hauptversammlung vom 10. März 1901

1. Das Protokoll der Sitzung vom 11. November 1900 wird genehmigt.
2. Quartalsbericht. Der Vors. erwähnt zunächst, dass in der letzten Ausschusssitzung beschlossen sei, die Generalversammlung der auswärtigen Mitglieder wegen statt des Abends versuchsweise am Nachmittags abzuhalten. Ferner bittet der Vors. die Verzögerung in der Abhaltung der Versamm-lung aus verschiedenen triftigen Gründen zu entschuldigen. Der Vors. beginnt sodann mit dem Bericht über die Tätigkeit im verflossenen Quartal.
Er erwähnt, der Bericht falle diesmal nicht sehr glänzend aus in Folge verschiedener Hindernisse. Er hoffe aber, bald mehr Gelegenheit zu haben, sich tätig zu zeigen.
Zu der geplanten Wegeanlage nach dem Hohenstein sei es wegen des schneigen Wetters nicht gekommen.
Der Ausschuss habe beraten über Vogelschutz und die Anbringung von Nistkästen.
Die angeregten Theateraufführungen seien nicht zu Stande gekommen.
Der Absicht, Vortragsabende abzuhalten, stimme man im Ausschuss nicht zu.
Der Ausschuss befürworte aber das Halten von Vorträgen auf den Generalversammlungen.
Auf Alt-Rhoden solle demnächst weiter ausgeschachtet werden.
3. Besprechung über Vogelschutz. Der Vors. teilt mit, dass man im Ausschuss für die anbringung von Nistkästen sei und zwar auf Grund der Anleitung des Freiherrn von Berlepsch.
Der Vors. hält hierauf ein längeres Referat über den hohen Wert des Vogelschutzes, wie ihn von Berlepsch durch seine Schrift empfiehlt. Von Berlepsch weist darin auf den Nutzen der Hohlbrüter hin und diesen geeignete Nistgelegenheit zu schaffen, dahin müsse nicht allein aus Liebhaberei, sondern auch aus national-ekonomischen Gründen hingewirkt werden.
Es entsteht hierauf eine längere Debatte, in der Assessor Huber den Antrag dringend empfiehlt, die Kinder von dem Zerstören der Vogelnester durch öfter zu wiederholende Ermahnungen in der Schule abzuhalten. Rektor Grünewald versichert, dass dies hier geschehe und gute Erfolge zu verzeichnen seien.
4. Antrag des Ausschusses auf Anbringung von 2 Dutzend von Berlepsch'scher Nistkästen.
Der Vors. stellt zunächst die Frage, ob der Verein den Vogelschutz übernehmen wolle. Diese Frage wird einstimmig bejaht. Es folgt hiernach der erwähnte Antrag des Ausschusses, zwei Dutzend
v. B. Nistkästen je die Hälfte nach Muster a) bzw. b) für Rechnung des Vereins anzuschaffen und in der nächsten Umgebung der Stadt baldigst anzubringen. - Angenommen.
Ass. Huber stellt einen weiteren Antrag hierzu, den Vorstand zu ermächtigen, auch Privatbestellungen von Kästen entgegenzunehmen. - Einstimmig angenommen.
Es werden sofort mehrere Bestellungen abgegeben.
Der Vors. hält es für erforderlich, für die Vogelschutzbestrebungen eine passende Persönlichkeit alös Vogelwart zu wissen, beantragt die Wahl und schlägt hierzu Ass. Huber vor, der sich der Frage des Vogelschutzes warm annehme. - Einst. angenommen.
Herr Ass. Huber erklärt auf Befragen, die Wahl anzunehmen.
5. Aufnahme neuer Mitglieder: Inspektor Görg, Pastor Wagener (Wrexen), u. Gutsbesitzer Speyer (Liebenwalde) haben sich um Aufnahme gemeldet. Dieselben werden einstimmig aufgenommen.
6. Jahresbericht. Der Vors. berichtet: Der Verein sei im Vereinsregister unter Nr. 1 eingetragen. Von der Geschäftsordnung seien die wichtigsten Punkte ausgearbeitet und angenommen. Es seien
Wegeanlagen nach Welda und Orpethal geschaffen, Wegezeichen aufgefrischt, je eine Bank über den Pfeifenteichen, unter der dicken Buche an der Quastholle und auf den Siebenbuchen aufgestellt, auf den Fuchslöchern ebenfalls eine Bank, die gestiftet sei. Die Fahnenstange auf dem Hohenstein stehe jetzt. Schatzmeister Hartmann habe das Amt eines Fahnenjunkers übernommen. Zwei Messtischblätter seien beschafft. Ferner würden die „Touristischen Mitteilungen“ gehalten, die unter den Ausschussmitgliedern zirkulierten.
Zu den wissenschaftlichen Forschungen auf dem Quast sei mitzuteilen, dass Dr. Schuchardt nochmals daselbst anwesend gewesen, um Messungen vorzunehmen. Dr. Sch. stelle für später Karten und Zeichnungen von den Befestigungen in Aussicht.
Noch aufzustellen seien zwei Bänke.
Die Mitgliederzahl betrage jetzt 113. Der Vors. glaubt, dass diese kurzen Angaben genügten, zu beweisen, dass einiges vom Verein im verflossenen Jahr geschehen sei. Aber es wäre immer mehr Beteiligung und Anregung zu wünschen, damit der Verein auf der Höhe gehalten werde und weiter blühe und gedeihe.
Der Vors. schließt mit einem Hoch auf den Verein, in das die Versammelten lebhaft einstimmten.
Hiernach erfolgt der Kassenbericht, der vom Schatzmeister erstattet wird. Letzterer spricht sich nicht zufrieden über die Kassenverhältnisse aus. Eine größere Anzahl auswärtiger Mitglieder sei mit dem Zahlen ihrer Beiträge im Rückstande geblieben und der Turmbaufonds habe nur einen geringen Zuwachs erfahren. Die Gesamteinnahme des Jahres hat 117 Mark 02 Pf betragen, die Ausgabe dagegen 98 Mark. Der Turmbaufonds wies am Jahresschluss 1147 Mark 87 Pf auf.
7. Entlastung der Ausschussmitglieder.
Nach dem vorliegenden Revisionsprotokoll der Revisoren ist die Kasse in bester Ordnung.
Dem Schatzmeister wird auf Antrag des Vors. von den anwesenden Mitgliedern Entlastung erteilt.
8. Neuwahl des Ausschusses. Anwesend sind 23 Mitglieder. Es werden gewählt bzw. wiedergewählt:
F. Tröll zum Schriftführer mit 21 Stimmen,
Herr Hartmann zum Schatzmeister mit 18 Stimmen,
Dr. Götte zum 1. Beziksvorsteher mit 22 Stimmen,
A. Runte zum 2. s. o. mit 18 Stimmen,
F. Runte zum 3. s.o. mit 19 Stimmen,
Rud. Klaus zum 4. s.o. mit 14 Stimmen,
Chr. Grineisen zum 5. s.o. mit 17 Stimmen,
Wilh. Bracht zum 6. s.o. mit 15 Stimmen,
Lehrer Schöneweis (Orpethal) zum 7. s.o. mit 17 Stimmen.
Die Gewählten erklären sämtlich, die Wahl anzunehmen.
9. Neuwahl des Vereinsboten. Der bisherige Bote F. Pröpper wird wiedergewählt und ihm die seitherige jährliche Vergütung von 10 Mark weiter bewilligt.
10. Erstattung der Beiträge. -----
11. Sonstiges. Der Vorstand gibt der Versammlung anheim, zu beschließen, die schon in 3 Wochen fällige Frühjahrs-Generalversammlung ausfallen zu lassen. - Angenommen.
Nach der Abstimmung werden aus der Versammlung Wünsche laut dahingehend, die Generalver-sammlung doch, vielleicht im Mai in Wrexen, abzuhalten. Der Beschluss wird auf Antrag aufgehoben und der Abhaltung der Versammlung in Wrexen zugestimmt. - Der Vorschlag, einen Ausflug Anfang Juni in den Quast zu machen, findet Anklang.
Hiermit ist die Tagesordnung erschöpft. Herr Assessor Huber dankt im Namen der Versammlung dem Vorstande und dem Ausschuss für die dem Verein im verflossenen Jahre geleisteten Dienste. Der Vors. dankt für die Worte der Anerkennung und schließt die Sitzung.

Protokoll der Ausschusssitzung vom 24. Mai 1901

1. Das Protokoll der Sitzung vom 1. Februar wird genehmigt.
2. Nistkästen. Über die Erfolge der im März aufgehängten Nistkästen soll später berichtet werden.
3. Bewilligung der Anschaffungskosten für 2 Bänke (Rießen und Brökerberg), 7M 50 Pf bzw. 6 M.
Hierzu Antrag des Vorsitzenden, Grineisen die Lieferung zu übertragen. - Angenommen.
Der Vors. macht Mitteilung über notwendige Ausbesserungen, und zwar Auffrischung der Weg-zeichen nach Helmighausen, wobei auch verschiedene Schilder zu erneuern sind. Die Schilder sollen aus Eisenblech hergestellt werden. Diese Arbeiten übernimmt Fr. Runte.
Der Vors. beantragt in Rücksicht auf die wiederholt verübten Beschädigungen der Wegzeichen bei Helmighausen eine Bekanntmachung in Helmighausen und Hesperinghausen veröffentlichen zu lassen, in der auf das hohe Strafmaß bei derartigen Vergehen hingewiesen wird. Ferner soll in der Bekanntmachung zum Ausdruck kommen, dass der Verein demjenigen, der einen Täter namhaft macht, so dass dessen gerichtliche Verfolgung eintreten kann, eine Belohnung von 5 Mark in Aussicht stellt. Beides wird genehmigt.
4. Abhaltung der nächsten Generalversammlung. Wird bis auf Weiteres verschoben.
Der Vors. teilt zum Schlusse noch mit, dass für dieses Jahr für Alt-Rhoden 153 Mark bereit stehen, die sich wie folgt zusammensetzen: Das Konsistorium genehmigte 30 Mark aus der Kirchenkasse, aus dem Vorjahre noch frei: 23 Mark, und Herr Rentier O. Schreiber (Arolsen) sicherte 100 Mark zu. Außerdem verschönerte Herr Schreiber den Alt-Rhoder Friedhof durch das Pflanzen von Lindenstämmchen und Lebensbäumen. Weitere Ausräumungen der Ruine stehen bevor, um nach deren Beendigung die Fugen der Ruine zu zementieren. Schließlich wird der Wunsch von einigen Mitgliedern ausgesprochen, dass Pfingsten die Fahne auf dem Hohenstein wehen möge. Dann müsse aber eine gründliche Instandsetzung der Stangenspitze vorausgehen.
Protokoll der Ausschusssitzung vom 17. Dezember 1901

1. Die Protokolle der Sitzungen vom 1. Februar und 24. Mai werden genehmigt.
2. Mitteilungen. Der Vorstand teilt mit, dass die damals beschlossenen Arbeiten, wie die Bank im Rießen und diejenige am Brökerberg, ausgeführt seien. Die Wegzeichen an der Tour nach Helmighausen seien aufgefrischt und die schadhaften bzw. fehlenden Schilder ersetzt. Versuchsweise seien zum Ersatz starke Blechschilder verwendet worden. Ferner sei die beschlos-sene Bekanntmachung in den Gemeinden Helmighausen und Hesperinghausen erfolgt, ebenso habe die Lehrer der beiden Gemeinden ersucht, die Schüler vor Beschädigungen der Anlagen zu warnen.
Auf Alt-Rhoden wäre es möglich gewesen, einen Teil der Grundmauer des älteren Baus an der Südseite bloßzulegen.
Prof. Schuchardt habe Druckbogen über die Beschreibung der Befestigungen im Quast und einen Plan von der Schanze Walsburg und Leuchte, von Prof. Sch. gezeichnet, übersandt.
3. Anbringung weiterer Nistkästen. Der Ausschuss erklärt sich für die weitere Anbringung und beschließt, in der nächsten Generalversammlung entsprechenden Antrag zu stellen.
4. Fahnenstange und Weg nach dem Hohenstein.
Der Ausschuss hält es für erforderlich, dass die Fahnenstange umlegbar eingerichtet wird und erklärt sich für die Einbringung eines diesbezüglichen Antrags in der nächsten Generalversammlung. Zur örtlichen Prüfung dieser Angelegenheit wird eine Kommission, bestehend aus den Mitgliedern Dr. Götte, Grineisen, Bracht und Tröll, ernannt und ihrer Berichterstattung in der Generalversammlung entgegengesehen. Hinsichtlich der Wegeanlage wird beschlossen: der Ausschuss nimmt zunächst eine lokale Besichtigung vor.
5. Nächste Generalversammlung soll kommenden Sonntag abgehalten werden.
6. Sonstiges. Der Vors. führt aus, dass weitere Mittel und Wege in Gang gesetzt werden müssten, um den Verein lebens- und leistungsfähig zu halten. So müsse Wichtigeres vom Verein wie früher in den Lokal-Zeitungen veröffentlicht werden. Der Schriftführer wird hierzu beauftragt. Weiter sei es erforderlich, wieder mit dem Musikverein in Wrexen Fühlung zu nehmen. Ferner verspreche man sich von der Absendung eines neuen Flugblattes Erfolg und schließlich macht der Vors. auf die Vorteile der Herausgabe einer Ansichtskarte aufmerksam und stellt hierzu den Antrag, zu diesem Zweck mit Photograph Schilp in Borgentreich sich in Verbindung setzen zu dürfen, um der Generalversammlung Vorschläge zu machen. - Angenommen.
Tröll stellt den Antrag, eine Verschönerung des Brunnenplatzes anzustreben und die Erlaubnis zur Benutzung dieses Platzes bei der städtischen Behörde einzuholen. - Zugestimmt.
Der Vors. schließt hiermit die Sitzung.


Protokoll der Generalversammlung vom 22. Dezember 1901

1. Das Protokoll der Hauptversammlung vom 10. März 1900 wird genehmigt.
2. Mitteilungen und Bericht. Der Vors. berichtet, es seien 2 Dutzend Nistkästen beschafft und in der nächsten Umgebung der Stadt aufgehängt worden und dieselben seien trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit zum großen Teil angenommen worden. Der Ausschuss sei dafür, auf diesem Gebiet weiter zu arbeiten. Ferner seien die Bänke im Rießen und Brökerberg gesetzt, aufgefrischt habe man die Tour nach Helmighausen. Die Bürgermeister von Helmighausen und Hesperinghausen habe man von neuem ersucht, die Anlagen unter ihren Schutz zu nehmen. Gleichzeitig sei eine Bekanntmachung in den genannten Gemeinden erfolgt, worin auf das hohe Strafmaß bei Verübung von Beschädigungen solcher Anlagen hingewiesen und demjenigen, der einen Täter namhaft macht, so dass gegen denselben gerichtlich vorgegangen werden kann, eine Belohnung von 5 Mark aus Vereinsmitteln in Aussicht gestellt wird.
Bei der Ausbesserung fraglicher Tour seien versuchsweise als Ersatz Schilder aus starkem Eisen-blech verwendet worden. Ferner habe sich der Ausschuss mit der Fahnenstange auf dem Hohenstein beschäftigt. Die Einrichtung sei insofern ungenügend, als die Fahne nach jedesmaligem Aufziehen und längerem Wehen beschädigt gewesen sei. Im Ausschuss wäre erörtert worden, die Stange umlegbar zu machen. Weiter ist letzterer der Frage, ob der Verein Ansichtskarten von Rhoden beschaffen solle, näher getreten. Beantragt sei ferner die Verschönerung des Kumpplatzes.
Die Arbeiten auf Alt-Rhoden seien - was die Ausschachtung der Ruine anbelange - zu Ende geführt und ein Teil der Grundmauer des früheren Baus an der Südseite bloßgelegt. Direktor Schuchardt habe Druckbogen über die wissenschaftlichen Forschungsarbeiten der befestigungen im Quast und eine von ihm entworfene Zeichnung übersandt.
Hierauf entschuldigt sich der Vors. wegen der eingetretenen Lauheit in der Abhaltung der Versammlung. In Zukunft sollten die statutenmäßigen Sitzungen wieder regelrecht abgehalten werden. Mitglied Lehrer Heymann beantragt hierzu, dem Vorsitzenden ein Mißtrauensvotum zu erteilen, dem aus der Versammlung widersprochen wird . Herr Heymann zieht hierauf seinen Antrag zurück. Mitglied Lehrer Sinemus stellt einen Gegenantrag „Der Vorsitzende ist in Rücksicht auf die vorgebrachten Gründe entschuldigt“. - Angenommen.
3. Wahl zweier Kassenrevisoren. Hierzu werden Wilhelm und Heinrich Bracht vorgeschlagen und einstimmig gewählt.
4. Veränderungen an der Fahnenstange. Der Vors. teilt mit, dass vom Ausschuss eine Kommission gewählt sei, die an Ort und Stelle prüfen solle, ob eine wirksame Abänderung auf eine einfachere Weise gemacht werden könne, ohne zu der teuer(er)en (der Umlegbarmachung) greifen zu müssen. Da die Kommission ihren Auftrag noch nicht ausgeführt hat, beantragt der Vors., die Angelegenheit bis zur nächsten Versammlung ruhen zu lassen. Die Versammlung lehnt diesen Antrag ab, und es wird somit zur Verhandlung geschritten. Es entsteht hiernach eine lebhafte Debatte, die mit dem von der Versammlung angenommenen Antrage des Schriftführers schließt, die Stange umlegbar zu machen, wenn die entstehenden Kosten den Betrag von 12 Mark nicht übersteigen. Chr. Grineisen erklärt sich im Laufe der Sitzung nachträglich bereit, die Veränderung für den Preis von 12 Mark auszuführen.
5. Anbringung weiterer Nistkästen. Der Vors. führt aus: Obgleich die im Frühjahr beschafften Nistkästen etwas spät aufgehängt seien, hätten die Vögel die Kästen doch noch zum großen Teil angenommen. Der Ausschuss habe im Interesse der Gemeinde, die nutzbringenden insektenfressenden Vögel hier noch mehr heimisch zu machen, beantragt, weiter 1 Dutzend a 55 Pf. und 1 Dutzend a 70 Pf. zu beschaffen. Der Antrag wird aus der Versammlung befürwortet und an dem Bezuge private Beteiligung gewünscht, worauf derselbe einstimmig angenommen wird.

6. Anfertigung von Ansichtskarten. Der Vors. teilt hierzu mit, die jetzigen Karten bieten kein Bild von der Schönheit Rhodens. Es fehlt auf den bisher vertriebenen Karten ein einheitliches Bild.
Photograph Schilp in Borgentreich stellt die Anfertigung einer geschmackvollen Karte lt. vorliegendem Muster - 1000 Stück zu 40 Mark - in Aussicht. Der Antrag geht dahin, Karten für Rechnung des Vereins anfertigen zu lassen. Nach längerer Diskussion stellt Lehrer Heymann den Antrag, die Angelegenheit zu vertagen. Der Antrag findet keine Zustimmung. Es werden alsdann noch mancherlei Bedenken geltend gemacht, die von anderer Seite widerlegt werden. Ein hierauf von Lehrer Heymann vorgebrachter Antrag auf Schluss der Debatte wird angenommen, worauf der Vorsitzende einen Gegenantrag stellt: „ Der Verein lässt Karten anfertigen“. - Angenommen.
Der Vors. beantragt weiter, die Anfertigung zu verschieben. - Ebenfalls angenommen.

7. Ausschuss-Antrag, die Gemeinde zu ersuchen, den Kumpplatz zwecks Verschönerung dem Verein zu überlassen. Der Vors. unterstützt den Antrag, der von der Versammlung einstimmig angenommen wird.
8. Erhebung der Beiträge.
9. Sonstiges. Zur Frage, was ist zu geschehen, um die rückständigen Beiträge von den auswärtigen Mitgliedern zu erhalten, wird beantragt und gutgeheißen, dass der Ausschuss ein diesbezügliches Schreiben entwirft. Hiernach Schluss der Sitzung.




Protokoll der Ausschusssitzung vom 3. Januar 1902

1. Das Protokoll der Sitzung vom 17.Dezember 1901 wird genehmigt.
2. Mitteilungen. Der Vors. teilt mit, dass seit der letzten Sitzung außer der abgehaltenen Generalversammlung nichts Bemerkenswertes eingetreten sei.
3. Ansichtskarten. Der angeregten Beschaffung von Ansichtskarten war ein größerer Teil der letzten Versammlung entgegen. Der Vors. ist dafür, die Angelegenheit weiter zu fördern, da eine gute Karte mehr Absatz fände und die größere Verbreitung solcher Karten, die einen lebhafteren Frem-denverkehr zur Folge haben müsse, den Wirten, die dieser Anregung noch nicht in dem gewünsch-ten Maße sympatisch gegenüber ständen, in erster Linie auch Vorteile bringe.
Der Vors. schlägt vor, zunächst Erkundigungen einzuziehen, ob der Vertrieb nicht gegen die Bestimmungen der Gewerbeordnung verstoße und ferner weitere Photographen über Bezugspreise usw. zu hören. - Dem wird zugestimmt.
4. Formular zur Mahnung der auswärtigen Mitglieder.
Der Vors. legt einen Entwurf vor, der mit 5 gegen drei Stimmen angenommen wird.

5. Einbinden der „Touristischen Mitteilungen“. Der Vors. beantragt das Einbinden der „Touristi-schen Mitteilungen“, damit dieselben bequemer in Zirkulation gesetzt werden könnten. Pappdeckel mit Leinwanddeckel wird genehmigt.
6. Ansetzung der nächsten Generalversammlung. Der Vors. schlägt den Sonntag in 8 Tagen
(= 12. Jan.) vor und dieselbe im Interesse der auswärtigen Mitglieder nachmittags 4 Uhr beginnen zu lassen.
Nach einer Durchsprache der Tagesordnung für diese Generalversammlung schließt der Vors. die Sitzung.

Protokoll der Generalversammlung vom 12. Januar 1902

1. Das Protokoll der Versammlung vom 22. Dezember 1901 wird genehmigt.
2. Mitteilungen. Der Vors. teilt mit, dass in der letzten Zeit wenig geschehen sei. Bezügl. der Wegeanlage nach dem Hohenstein habe die gewählte Kommission die örtliche Besichtigung noch nicht vorgenommen. Weiter sei der Ausschuss der Ansichtskartenbeschaffung wieder näher getreten und habe beschlossen, zu prüfen, ob ein Vertrieb von Ansichtskarten durch den Verein sich mit den rechtlichen Grundsätzen vertrage, ferner sei vom Ausschuss für zweckmäßig befunden, auch noch die anderen Photographen wegen Anfertigung von Karten Erkundigungen einzuziehen.
Hinsichtlich der geplanten Verschönerung des Stadtkumps konnte der Vors. die Mitteilung machen, dass die Gemeindevertretung den gestellten Antrag genehmigt habe.
Den Auftrag der letzten Versammlung, ein Mahnschreiben an die auswärtigen Mitglieder um Ent-richtung der rückständigen Beiträge abzufassen, habe der Ausschuss inzwischen ausgeführt.
Wegen Veranlassung eines Unterhaltungsabends zu Gunsten des Turmbaufonds stehe man augenblicklich mit Herrn Dr. Schmidt (Arolsen) in Verbindung.
Die Änderung der Fahnenstange sei noch nicht ausgeführt. Bezügl. der Quastbefestigungen konnte der Vors. mit Befriedigung mitteilen, dass die wissenschaftlichen Forschungsarbeiten durch Herrn Dr. Schuchardt (Hannover) beendigt seien und der Forscher eine Abhandlung darüber in dem Druckwerk über Sachsenburgen, Heft 7, aufgenommen habe.

3. Anlage eines Weges auf den Hohenstein. Nach einer Erörterung im Allgemeinen wird dem Antrage zugestimmt, dem Ausschuss die Anlage des Weges zu übertragen. Ebenfalls genehmigt wird hierzu der weitere Antrag, dem Ausschuss zu diesem Zweck 15 Mark zu bewilligen.

4. Aufnahme der Vereinstätigkeit in Wrexen. Der Vors. teilt mit, der Verein habe wiederholt hierzu Anregung gegeben, es sei aber leider immer nur hierbei geblieben. Er erinnert an die projektiert gewesene Anlage auf Charlottenruh und bittet, Wünsche zu äußern. Vielleicht wäre es zweckmäßig, eine Bank auf der Klus aufzustellen. Herr Haupt erklärt sich für die Errichtung einer Bank auf dem früher in Aussicht genommenen Punkte Charlottenruh. Ein diesbezügl. Antrag wird angenommen. Beschaffenheit der Bank: aus Holz, mit eisernen Füßen; Preis bis 12 Mark. Wird ebenfalls gut geheißen.
5. Jahresbericht. Der Vors. teilt hierzu mit, dass an Neuanlagen zu erwähnen seien: 2 Dutzend Nistkästen, die mit gutem Erfolg in der Umgebung der Stadt aufgehängt seien. Ferner die Aufstellung zweier Bänke. Aufgefrischt habe man die Tour nach Helmighausen. In Helmighausen seien Strafen gegen Beschädigungen angedroht und Belohnung für Ermittlung der Täter ausgesetzt.
Gehalten seien die „Touristischen Mitteilungen“, die auf Beschluss des Ausschusses eingebunden würden, um sie den Mitgliedern des Vereins zugängig zu machen.
Im Quast seien die Forschungen zum Abschluss gelangt und Dr. Schuchardt habe Ausgrabungen für nächsten Sommer in Aussicht genommen.
In Alt-Rhoden habe man weiter gearbeitet, die Kirche freigelegt und außen Aufgrabungen vorgenommen und dabei die Kreuzform des alten Baus, die nach Süden ausschweifte, bloßgelegt.
Ein Gönner habe zur Verschönerung des Totenhofes beigetragen, und von der Kirche ständen weitere Unterstützungen in Aussicht.
Ausflüge seien im verflossenen Jahre unterblieben.
Die Mitgliederzahl sei dieselbe geblieben (113).
Mit einem Hoch auf den Verein, in das die Anwesenden lebhaft einstimmten, schließt der Vors. den Bericht.
Der Schatzmeister berichtet hierauf über die Kassenverhältnisse. Er bedauert, Erfreuliches nicht mitteilen zu können. So seien von den 113 Mitgliedern nur 69 Mark Beiträge eingegangen. Aus letzterem Betrag und dem Betrag für Nistkästen bestehe die Jahreseinnahme von 87 M 95 Pf.
Die gesamtausgabe betrage 67 M 10 Pf, mithin verbliebe ein Kassenbestand von 20 M 85 Pf.
Aus 1898, 1899 und 1900 betragen die Rückstände 71 M 74 Pf.
Der in das neue Jahr übernommene Turmbaufonds von 1147 M 84 Pf habe nur eine außergewöhnliche Einnahme von 15 M 50 Pf aufzuweisen. Hierzu die Zinsen von 40 M 12 Pf, mithin sei ein Zuwachs von 55 M 62 Pf. vorhanden, so dass der Fonds jetzt 1203 M 36 Pf betrage.
6. Entlastung der Ausschussmitglieder. Nach Anhörung der Kassenrevisoren wird auf Antrag zunächst dem Schatzmeister besonders und dann den übrigen Ausschussmitgliedern zusammen von der Versammlung Entlastung erteilt.
7. Neuwahl des Ausschusses. Anwesend sind 18 Mitglieder.
Es werden gewählt bzw. wiedergewählt:
F. Tröll zum Schriftführer (12 Stimmen)
G. Hartmann zum Schatzmeister (16 Stimmen)
Dr. Götte zum 1. Bez.-Vorst. (12 Stimmen)
Aug. Runte zum 2. Bez.-Vorst. (14 St.)
Fr. Runte zum 3. Bez.-Vorst. (16 St.)
Rud. Klaus zum 4. Bez.-Vorst. ( 9 St )
Ass. Huber zum 5. Bez.-Vorst. ( 9 St.)
Wilh. Bracht zum 6. Bez.-Vorst. (16 St.)
G. Haupt zum 7. Bez.-Vorst. (15 St.)
Die Gewählten, außer Ass. Huber, der nicht anwesend ist, erklären, die Wahl anzunehmen.
8. Neuwahl eines Vereinsboten. Der bisherige F. Pröpper wird wiedergewählt. und nimmt die Wahl an. Vergütung von 10 M ebenfalls bewilligt.
9. Aufnahme neuer Mitglieder. Maurermeister Fritz Brand hat sich gemeldet und wird aufgenommen.
10. Erhebung der Beiträge.
11. Annahme der Bestellung von Nistkästen.
12. Sonstiges. Der Vors. teilt Näheres über die beabsichtigte Lichtbilder-Aufführung mit.
Es wird die Bilderserie „Der Deutsch-Französische Krieg 1870 / 71“ gewünscht. Bezügl. des Tags der Aufführung beantragt Lehrer Heymann, dem Ausschuss die Bestimmung zu überlassen. - Ang.
Der Eintrittspreis wird auf 25 Pf pro Person festgesetzt. Der Vors. schließt hierauf die Versammlung.
Protokoll der Ausschusssitzung vom 7. Februar 1902

1. Das Protokoll der Sitzung vom 3. Januar wird genehmigt.
2. Mitteilungen. Der Schatzmeister berichtet, dass in letzter Zeit für den Turmbaufonds 16 Mark eingegangen seien, und zwar 9 Mark von einem nicht genannt sein wollenden Herrn in Arolsen, dessen Vater vor 75 Jahren Bürgermeister in Rhoden gewesen gewesen ist. Ferner 2 M von Herrn Kanzleirat Krafft, 2 M von Herrn Schwaner, 3 M von Frau Meinecke (Korbach) und 3 M von Herrn Stöcker, Hörde.
Zur Aufnahme als Mitglieder haben sich gemeldet: Major Schaake (Arolsen), und Frau Ass. Huber (Rhoden). Die Mitglieder Pfarrer Fournier (Adorf), Frau Henkel und Frau Gerlach (Wiesbaden) meldeten sich dagegen ab.
3. Lichtbilder. Nach Anhörung des Schriftführers, der im Auftrage des Vereins bezügl. der Verwirklichung der geplanten Aufführung der Bilder mit Herrn Oberlehrer Schmidt (Arolsen) in Verbindung getreten ist, erklärt sich der Ausschuss damit einverstanden, dass die Veranstaltung am 16. dieses Monats stattfindet.
4. Weg zum Hohenstein. Der Vors. hat eine Besichtigung vorgenommen, an der sich auf ergangene Einladung auch drei Ausschussmitglieder beteiligten. Die Herren schlugen zwei Wege vor. Der Vors. erläutert die beiden Projekte. Sie finden die Zustimmung des Ausschusses. Der Vorschlag des Vors., an die Ausführung des unteren Weges zunächst zu gehen, wird einstimmig angenommen. Das anwesende Ausschussmitglied, Ass. Huber, ist bereit, die Weglinie zu nivellieren.
5. Bank auf der Charlottenruhe. Der Vors. teilt mit, dass das Ausschussmitglied Haupt den Auftrag erhalten habe, in Wrexen Gebote auf Lieferung der genehmigten Bank entgegenzunehmen.

6. Verschönerung am Stadtkumpe. Nach längerer Aussprache findet folgendes Projekt zu einem Springbrunnen Zustimmung: Nach Anfüllung des jetzt leeren Wasserbehälters mit Erde, was die Stadt besorgen lassen wird, erhält die Oberfläche einen Abschluss aus Beton in der Form eines achteckigen Sterns. In demselben erhebt sich ein grottenähnlicher Aufbau, der die Wasserzuführung birgt. Die freibleibenden Felder am Brunnenrande zwischen dem Stern denkt man sich mit Rasen bewachsen oder mit feinem Schiefergrand angefüllt.
7. Verteilung der Nistkästen. Die eingegangenen 12 großen und 12 kleinen Kästen sollen wie folgt verteilt werden: Alt-Rhoden (2 große, 2 kleine), Wrexen (2 gr., 2 kl.), Weinebuche (2 gr.),
Walme (2 gr.), Schwalefeld (1 gr.), Rhoder Hammerpfad (1 gr., 1 kl.), Wethen (2 gr., 2 kl.), und Hagenberg (1 kl.).
8. Sonstiges. Herr Ass. Huber macht darauf aufmerksam, dass die Bank am Hagenberg zu hoch über der Erde stehe und deshalb namentlich für Damen unbequem sei. Eine fußbankähnliche Erhöhung müsse vor derselben angebracht werden, dann erst könne die Bank von allen zum Ausruhen benutzt werden. Zur Frage hinsichtlich der Abstellung dieses auch von den übrigen Ausschussmitgliedern anerkannten Übelstandes erklärt sich Ass. Huber bereit, auf geeignete Weise Abhilfe zu schaffen. Um den Turmbaufonds weitere Beiträge zuzuführen, wird die Herausgabe eines neuen Flugblattes besprochen. Der Vors. erbittet sich zu diesem Zweck Entwürfe.

Protokoll der Ausschusssitzung vom 25. März 1902

1. Das Protokoll der Sitzung vom 7. Februar 2002 wird genehmigt.
2. Mitteilungen. der Vors. teilt mit: Die Lichtbilderaufführung habe bei regem Verkehr (?) stattgefunden. Bareinnahmen 45 M 30 Pf, Auslagen 20 M 80 Pf, mithin Reingewinn 24 M 50 Pf.
Die Arbeiten an der Wegeanlage zum Hohenstein konnten noch nicht in Angriff genommen werden, und hinsichtlich der geplanten Verschönerung am Stadtkump habe sich Gärtner Stietz (Arolsen) bereit erklärt, einen Plan und Kostenanschlag aufzustellen. Die eingegangenen Nistkästen seien angebracht.
3. Auffrischung der Wegezeichen. Es wird beschlossen, Ermittlungen anzustellen, wo eine Ausbesserung bzw. eine Erneuerung des Anstrichs in erster Linie erforderlich ist. Der Vors. erklärt, zu diesem Zweck eine Revision der fraglichen Tourenwege vornehmen zu wollen.
4. Auffrischung des Anstrichs der Bänke. Der Ausschuss beschließt einstimmig, zunächst festzustellen, welche Bänke anstrichsbedürftig sind und zugleich diese Bänke dahin zu prüfen, ob es zweckmäßig erscheint, die Sitzlatten enger zu nageln und dem Sitz noch eine Latte hinzuzu-fügen. Der Vors. übernimmt auch diese Prüfung.
5. Ergänzung des Inventars. Das Inventarien-Verzeichnis ist während der Sitzung teilweise vervollständigt worden.
6. Sonstiges. Auf Vorschlag des Vors. wird in Aussicht genommen, Sonntag nach Ostern (6. April) Abends 7 ½ Uhr, die nächste Generalversammlung abzuhalten.


Protokoll der Ausschusssitzung vom 4. April 1902

1. Das Protokoll der Sitzung vom 25. März 1902 wird genehmigt.
2. Mitteilungen. Der Vors. teilt mit, die Tourenwege seien teilweise begangen. Die Tour durch den Quast sei noch in tadelloser Ordnung, nur das Schild „Blick auf Rhoden“ sei zerstört und die Bank daselbst bedürfe eines neuen Anstrichs. Auch die Touren durchs Orpetal weisen keine Mängel auf bis auf das Fehlen des Schildes „Ehe“ und die Erfordernis, einige Pfähle wieder zu befestigen.
3. Anlage am Kump. Der Vors. hat vom Gärtner Stietz (Arolsen) einen Plan entwerfen lassen und legt denselben (mit einer weiteren selbstgefertigten Zeichnung) vor. Hiernach ist eine Grotte mit Quelle und im Vordergrunde auf Rasen ein Teppichbeet in Form eines Sterns vorgesehen.
Nach eingehender Besprechung findet dies Projekt die Zustimmung des Ausschusses und wird als Vorschlag in der nächsten Generalversammlung für geeignet erachtet.
4. Trockenlegung des Tourenwegs auf dem Rhoder Holz. Hierzu wird beschlossen, die hiesige Oberförsterei zu ersuchen, behufs Trockenlegung der sumpfigen Stellen des Rhoderhammer-Pfads auf dem Rhoder Holz das Geeignete zu veranlassen.
5. Sonstiges. Herr Domänenpächter Görg hat sich zur Aufnahme als Mitglied gemeldet.


Protokoll der Generalversammlung vom 6. April 1902

1. Das Protokoll der Generalversammlung vom 12. Januar wird genehmigt. Der Vors. teilt zum Protokoll mit, dass Ass. Huber die Wahl als Ausschussmitglied angenommen habe.
2. Mitteilungen. Quartalsbericht. Der Vors. berichtet, der Ausschuss habe die Anlage eines Weges nach dem Hohenstein, Verschönerung am Stadtkump, Lichtbilderaufführung, Aufhängen der beschafften Nistkästen und noch mehrere Kleinigkeiten beschlossen.
Die Lichtbilderaufführung habe bei gutem Besuche stattgefunden, wobei ein Reingewinn von
24 M 50 Pf erzielt sei. Den Weg nach dem Hohenstein auf Kosten des Vereins herstellen zu lassen, ist wegen der durch die Verschönerung des Stadtkumps entstehenden großen Ausgaben fallen gelassen worden. Man hoffe aber, dass die Mitglieder wie beim Ebnen der Prinzenallee bereit seien, die Weganlage selbst herzustellen. Erwünscht wäre, den Weg, der nach der Straßenseite zunächst zu liegen kommt, zuerst in Angriff zu nehmen. Der Vors. wünscht, dass das Werk gelingen möge. Die Nistkästen seien aufgehängt. Besonders verdient gemacht habe sich dabei Herr Lehrer Bangert. Der Arbeiter Plücker, welcher beim Aufhängen zeitweise behilflich war, hat auf Bezahlung aus der Vereinskasse verzichtet.
Die Vorarbeiten zur Auffrischung der Wegezeichen haben begonnen. Die Quasttour und die Tour nach Orpethal sind abgegangen. Die Touren sind in Ordnung bis auf das Fehlen des Schildes „Ehe“. Beschlossen sei, die Oberförsterei um Trockenlegung der sumpfigen Stellen am Rhoderhammer-Pfad auf dem Rhoder Holz zu ersuchen. Die rückständigen Beiträge seien zum großen Teil eingegangen. 3 Mitglieder haben sich abgemeldet, aber auch 3 neue Anmeldungen liegen vor. Die „Touristischen Mitteilungen“ sind eingebunden und stehen den Mitgliedern zur Verfügung.
Nach eingezogener Erkundigung ist der Vertrieb von Ansichtskarten für Rechnung des Vereins gestattet.
Der Schatzmeister berichtet, die Absendung der Mahnzettel habe den Erfolg gehabt, dass 30 Mitglieder die rückständigen Beiträge zahlten.
Der Turmbaufonds weise jetzt etwa 1250 Mark auf. Es sei somit ein erfreulicher Fortschritt zu verzeichnen.
Aus der Versammlung wird die Inangriffnahme der Wegearbeiten am Hohenstein für Anfang Juni gewünscht.
3. Anlage am Stadtkump. Der Vors. schickt zunächst voraus, dass hinsichtlich der Art der geplanten Verschönerung verschiedene Wünsche laut geworden seien, u. a. eine Fontaine zu errichten. Dies sei jedoch nicht ratsam, weil sich die Bepflanzung dann auf die Umgebung des Kumps beschränken müsse, da unter dem Fallen der Wassertropfen Gewächse sich nicht entwickelten. Der Ausschuss sei der Meinung, hiervon absehen zu sollen. Inzwischen sei von Gärtner Stietz (Arolsen) ein Plan eingereicht. Nach letzterem würde die angefüllte Kumpfläche mit Rasen eingesät. Auf der einen Seite erhebe sich eine dreieckige Grotte, die an der Spitze eine Quelle enthalte, welche zunächst in ein kleines und von da in ein größeres Bassin falle. Auf dem freien Platz vor der Grotte liege ein
Teppichbeet in der Form eines Sterns. Der Rand des Kumpes sei mit Efeu einzufassen.
Das Ganze bilde somit ein lebendes Bild. Folgende Kosten würden bei Ausführung dieses Plans erwachsen: 4 Tage Arbeit für 2 Arbeiter zu 3,50 Mark (= 28 Mark). Rasen 1 Pfund, Efeu 80 Pflanzen zu 25 Pf (= 20 Mark), Bepflanzen der Grotte 5 Mark, eine Fuhre Kansteiner Steine zu 6 Mark, Teppichbeet 15 - 20 Mark, zusammen rund 80 Mark.
Die Steine werden in Kanstein hoffentlich unentgeltlich abgegeben. Erforderlich sind noch Zuflussrohr, Hahn und Abstellung. Der Ausschuss habe den Plan für gut und zweckmäßig befun-den. Der Vors. hoffe, dass die Versammlung den Plan annehme, den Gemeinderat um Genehmi-gung zu ersuchen und Gärtner Stietz die Ausführung zu übertragen. Die diesbezügl. Anträge finden sämtlich gegen 2 Stimmen Annahme.
Es entsteht hiernach eine längere Diskussion über die Anbringung eines wirksamen Schutzes der Anlage gegen Hühnerschaden. Die Ausführung wird schließlich dem Ausschuss überlassen.
4. Aufnahme neuer Mitglieder. Es haben sich um Aufnahme gemeldet: Frau Ass. Huber und die Herren Major Schaake, Domänenpächter Görg und Aug. Götte (Wethen). Dieselben wurden aufgenommen.
5. Zahlung der rückständigen Beiträge.
6. Sonstiges. Mitglied Lüdeking aus Scherfede macht von der in Scherfede erfolgten Gründung eines Zweigvereins des Eggegebirgsverein Mitteilung. Im Juni werde der Hauptverein ein Waldfest am Bahnhof Wrexen bei Czech veranstalten und stellt Einladung für den V.V. hierzu in Aussicht. Der Vors. drückt seine Freude darüber aus und glaubt, dass die Gründung des Vereins von besonderem Interesse für uns sei, da hierdurch das schöne Gebiet jenseits der Diemel erschlossen werde. Zweckmäßig wäre es, hier auch einen Touristenverein mit dem Anschluss an Kassel ins Leben zu rufen. Für den mäßigen Beitrag erhalte man die Wegezeichen kostenfrei geliefert, weiter könne man hoffen, auch mal einen größeren Zuschuss zu erhalten, z. B. habe Arolsen jetzt 250 Mark zum Turmbau auf der Frederinghäuser Höhe erhalten.
Schließlich stellt der Vors. eine Einladung zu einer gemeinsamen Tour nach Wrexen - Nadel - Kleinenberg - Karlsschanze - Bahnhof Willebadessen u. zurück in Aussicht.
Schluss der Sitzung. Anwesen waren 19 Mitglieder.

Protokoll der Ausschusssitzung vom 13. Mai 1902

1. Das Protokoll der Sitzung vom 4. April wird genehmigt.
2. Mitteilungen. Der Vors. teilt mit, es haben sich zur Aufnahme als Mitglied gemeldet die Herren Grünewald (Hannover), Rektor Welteke (Rhoden) und Lehrer Dittmar (Wrexen). Gestorben sei das Mitglied Prof. König, Korbach.
Begangen sei in letzter Zeit die Tour nach Welda, wobei sich ergab, dass in Folge Abholzung die Zeichen gerade an einer Stelle verschwunden waren, wo sich viele Wege kreuzen. Für Ersatz wurde gesorgt, außerdem seien die Zeichen der ganzen Tour aufgefrischt und die losen Pfähle wieder befestigt worden. In der Kohlgrube waren aus ebengenanntem Grunde 3 kleine und ein großer Pfahl mit Schild erforderlich. Die Tour sei hiermit wieder vollständig. Weiter sei die Tour nach der Kroneiche einer gründlichen Besichtigung unterzogen. Diese weise auch Lücken auf. Die Eichen in der Allee seien fast fort und damit auch wichtige Zeichen, die an den gefällten Bäumen angebracht waren. Durch die Wegverlegung am Bruch und Paverich seien weitere Zeichen erforderlich.
Ferner teilt der Vors. mit, dass die letzte Generalversammlung die vom Ausschuss vorgeschlagene Kumpanlage genehmigt habe und letztere am 12. und 13. hergestellt sei. Ausschuss-Mitgl. Klaus war so liebenswürdig, trotz der arbeitsreichen Zeit die zur Grotte erforderlichen Steine mit seinem Fuhrwerk von Udorf herzuholen.

3. Anlage am Kumpe. Der Vors. spricht sich über die Ausführung der Verschönerung zufrieden aus. Außer der genehmigten Anlage sei auf eigene Faust noch ein Rohr eingelegt zum Anschluss an die Wasserleitung. Wegen Einholung der Genehmigung der Stadtbehörde zur Herstellung des Anschlusses seien Schritte getan. Zum vorläufigen Schutz der Anlage will Herr Ludwig Sinemus Draht und Pfähle zur Verfügung stellen. Herr Hartmann will ein geeignetes Mundstück auf die Leitung besorgen. Herr Runte ist bereit, morgen früh den Schutz anbringen zu lassen. Aus dem Ausschuss wird die gelegentliche Einfriedigung des ganzen Kumpplatzes für nötig gehalten. Hierüber wird eingehend gesprochen und zur weiteren Erwägung gestellt. Beantragt und genehmigt wird ein am Kumpplatze anzubringendes Schild mit der Inschrift „ Dem Schutze des Publikums empfohlen“. Runte fertigt dasselbe an. Schatzmeister hat die Freundlichkeit, bei trockenem Wetter die Anlage vor dem Vertrocknen zu schützen.

4. Ausflug. Hierzu wird bei günstigem Wetter der 2. Pfingsttag festgesetzt. Wirt Okel soll mit der Wirtschaft beauftragt werden.
5. Umlegung der Tour nach der Kroneiche. Der Vors. teilt mit, dass bei der nächsten Auffrischung der Zeichen die Strecke von der Allee ab nach dem Franzosenkopf verlegt werden müsse. Die Eichenallee sei am Absterben, die Trift eigne sich im Allgemeinen auch schlecht zum Tourenweg.
Eine Beibehaltung der alten Tour sei daher umständlich und kostspielig, praktisch die Verlegung an der Helmighäuser Straße entlang bis auf die Höhe und am Franzosenkopf runter zum Bruch. Der Vors. beantragt die Ausführung. - Einstimmig angenommen,
6. Schaffung einer Aussichtsgelegenheit auf den Siebenbuchen. Der Vors. berichtet, die bisherige Aussicht wachse nach und nach gänzlich zu. Es müsse dafür gesorgt werden, sich eine dauernde Aussichtsgelegenheit zu schaffen. Augenblicklich treffe die Landesvermessung Vorkehrung, eine freie Stelle anzulegen, vielleicht einen besteigbaren Turm zu errichten. Der Schriftführer wird beauftragt, bei dem Trigonometer Rat Manette hier darüber Erkundigungen einzuziehen.

Protokoll der Ausschusssitzung vom 11. Juni 1902

1. Das Protokoll der Sitzung vom 13. Mai kann nicht verlesen werden, weil der Schriftführer nicht erschienen und das Protokollbuch nicht zugeschickt hat.

2. Mitteilungen. der Vors. teilt mit, dass sich P. D. Schreiber (Kassel) als neues Mitglied gemeldet hat, dann, dass die Wegebezeichnung auf der Tour nach der Kroneiche - Siebenbuchen erneuert ist. Zwei neue Schilder sind auch auf dem Tourenwege nach Eilhausen angebracht.
Der Gemeinderat hat die Wasserleitung bei der Kumpanlage bewilligt. Herr Friedr. Thomas I hat
10 M zu der Anlage gestiftet. Vom Eggegebirgsverein ist der V. V. zum Waldfest eingeladen. Ferner teilt der Vors. mit, dass sich der Touristen-Verein gebildet hat als Zweigverein des Niederhessischen Touristen-Vereins in Kassel. Der Touristenverein hat seine Statuten derartig verfasst, dass es nur mit dem V.V. Hand in Hand gehen kann.

3. Anschluss der Kumpanlage an die Wasserleitung. Klempner Jakob soll einen Voranschlag einreichen; bei einer Höhe bis zu 25 Mark soll der Vors. freie Hand haben, die Arbeit zu vergeben.

4. Einladung des Eggegebirgsvereins. Es wird beschlossen, dass sämtliche Mitglieder innerhalb des

Vereinsgebiets auf nächsten Sonntag zum Waldfest geladen werden. Die Ausschussmitglieder Dr. Götte, Grünewald und Aug. Runte werden als Deputierte des Vereins das Fest mitmachen.


Protokoll der Ausschusssitzung vom 11. Juli 1902


1. Die Protokolle der beiden letzten Sitzungen vom 13. Mai und 11. Juni werden genehmigt. Der Schriftführer spricht sein Bedauern darüber aus, dass er zur Sitzung am 11. Juni das Protokollbuch nicht gesandt habe.
2. Mitteilungen. Der Vors. teilt mit, dass der Einladung des Eggegebirgsvereins zwei Ausschussmit-glieder, der Vorsitzende und Dr. Götte gefolgt seien. Der Verein habe von dem Erscheinen beim Festessen wie in der Hauptversammlung in wohlwollender Weise Kenntnis genommen.Aus privaten Verhandlungen ist hervorgegangen, dass die Wegebezeichnung der Abteilung Scherfede sich über die Diemel hinaus nicht erstrecken werde, dagegen beabsichtigt die Abteilung Warburg, einen Teil des Quastes zu bearbeiten und wird mit einem Tourenweg Warburg - Heinberg - Gaulskopf, an die diesseitige Tour anschließend, beginnen. Der Vors. der Abt. Scherfede hat sich zum Beitritt des
V. V. erklärt. Weiter ist mitzuteilen, dass die Kumpanlage fertig gestellt ist mit Einschluss des Teppichbeetes, und dass (Gärtner) Stietz darüber Rechnung eingereicht habe.

3. Prüfung der Rechnung des Gärtners Stietz.
Nach eingehender Prüfung beantragt der Vors., dass die Rechnung über 83 M 50 Pf. zur Zahlung angewiesen werde. - Genehmigt.
Der Klempner Jakob hat einen Kostenanschlag über den Wasserleitungsanschluss eingereicht. Hiernach würden die Ausführungsarbeiten insgesamt 40 M 19 Pf betragen. Der Ausschuss genehmigt, der nächsten Generalversammlung die Annahme des Voranschlags zu empfehlen.
Herr Hartmann hatte die Güte, verschiedene Mundstücke zur Wasserleitung zu besorgen (5 Teile zu 6 Mark). Antrag, diese Teile für 6 Mark mit Dank abzunehmen, wird einst. angenommen.
Hiernach wird in Erwägung gezogen, der Kumpverschönerung eine andere Umzäunung zu geben. Die jetzige, welche als eine vorläufige angebracht sei, sei unansehnlich geworden und daher eine Änderung dringend nötig. Nach längerer Beratung wurde beschlossen, die Art der Umzäunung vorläufig beizubehalten, jedoch die Pfähle außerhalb des Brunnenrandes zu setzen und dieselben mit einem grünen Anstrich versehen zu lassen. F. Runte wird mit der Ausführung betraut.
Hinsichtlich der Kassenverhältnisse äußert sich der Schatzmeister, dass die bis jetzt entstandenen Ausgaben aus den Einnahmen bestritten werden könnten. Vorhanden seien augenblicklich 63 M.

Sonstiges. Dr. Götte macht den Vorschlag, den Platz vor der Köster'schen Wirtschaft bei Dehausen - da, wo er (Herr Dr. Götte) eine Linde habe anpflanzen lassen - in entsprechender Weise für Rechnung des Vereins zu verschönern. In Rücksicht auf die durch die Kumpverschönerung entstandenen größeren Kosten will man von weiteren Ausgaben zunächst Abstand nehmen und diesen Vorschlag später in Erwägung ziehen.


Protokoll der Generalversammlung vom 13. Juli 1902

1. Das Protokoll der Sitzung vom 6. April wird genehmigt.
2. Bericht. Der Vors. teilt mit: Der Ausschuss hielt seit der letzten Versammlung statutengemäß
drei Sitzungen ab. Die Kumpanlage ist fertig gestellt, in welcher Weise, davon dürften sich die meisten Mitglieder inzwischen persönlich überzeugt haben. Rudolf Klaus hatte die Güte, die zur Anlage erforderlichen Grottensteine von Kanstein kostenlos zu holen. Landwirt Thomas I stiftete zu den Kosten der Anlage 10 M. Der Gemeinderat genehmigte den Anschluss zur Wasserleitung.
Der Ausschuss ließ zum Schutz der Anlage eine Umzäunung provisorisch anbringen.
Der Ausschuss beschloss weiter, eine ähnliche Umzäunung, jedoch mit gehobelten und gestriche-nen Pfählen, die außerhalb des Kumprandes anzubringen sind, für die Dauer herstellen zu lassen.
Ferner sind vom Apotheker Hartmann 5 Mundstücke auf das Wasserrohr der Anlage für 6 Mark übernommen worden.
Der Ausschuss hat zwei Touren (Welda und Kroneiche) aufgefrischt. Auf der Tour nach Welda waren am hinteren Eichholz in Folge Fällens der Bäume, die Farbzeichen trugen, verschiedene Pfähle erforderlich. Nach der Kroneiche war eine Verlegung der Tour aus der Prinzenallee nach der Helmighäuser Straße über den Franzosenkopf nötig.
Der V.V. wurde vom Eggegebirgs-Verein zu dem beim Bahnhof Wrexen veranstalteten Waldfeste eingeladen. Es wurden 3 Deputierte gewählt, von denen 2 am Feste teilgenommen haben. Es hat und erfreut, dass wir wohlwollend aufgenommen wurden. Wir hatten auch Gelegenheit, Beziehun-gen mit den Zweigvereinen Scherfede und Warburg anzubahnen.Der Vors. des Vereins Scherfede hat sich zum Mitglied des V.V. gemeldet.
Der Warburger Zweigverein beabsichtigt, eine Tour nach dem Gaulskopf herzustellen.
Der geplante Ausflug des V.V. am 2. Pfingsttag ist unterblieben, weil das Wetter rauh und kalt war. Vielleicht lässt sich ein Ausflug später, etwa Anfang September, ausführen und finden wir uns hoffentlich alle dazu ein.
Bezüglich der Weganlage nach dem Hohenstein muss von dem bisherigen Plan wegen der in dem Steinbruche aufgenommenen Arbeiten Abstand genommen werden. Am besten ist die Anlegung eines Pfades an der Ostseite.
Der Vors. teilt weiter mit: Seit der letzten Versammlung hat sich hier ein Zweigverein des Nieder-hessischen Touristen-Vereins bebildet. Nach dessen Statuten kann der neue Verein nur im Einvernehmen des V.V. arbeiten, wodurch die Interessen des V.V. gefördert werden.
Der Vors. führt auch den Vorsitz im neuen Verein, so dass der V.V. von der Tätigkeit des Touristen-Vereins unterrichtet bleibt. Die Beiträge nach Kassel zum Hauptverein sind gering.
Der Vors. wünscht, dass der V.V. vom Touristen-Verein recht viel profitieren möchte.
Der Vors. teilt mit, dass er einen Artikel über Rhoden für die „Touristischen Mitteilungen“ geschrieben habe und derselbe inzwischen zum Abdruck gelangt sei.
Aus der Versammlung wird die Einladung der Zweigvereine Scherfede und Warburg zum Quast-Ausflug gewünscht.

3. Kumpanlage. Der Vors. stellt den Antrag, den über den Kostenanschlag hinausgehenden Betrag von 3 M 50 Pf zu bewilligen. - Einst. angenommen.
Der Vors. teilt hierzu noch mit, dass bei Ausführung auch gleich das Wasserrohr eingelegt sei, ebenso das Abflussrohr. Der Ausschuss habe einen Voranschlag zu den Vorarbeiten zum Wasseran-schluss, welch letzteren der Gemeinderat bereits genehmigt, von Klempner Jakob ausarbeiten lassen. Die Kosten belaufen sich hiernach auf 40 M 19 Pf ausschließlich der Erdarbeiten.
Es frage sich nun, ob der Anschluss noch im Laufe des Jahres gemacht werden soll. Der Ausschuss sei dafür. Die Finanzen gestatten es ebenfalls, so dass kein Hindernis entgegen steht. Antrag: Hauptversammlung wolle den Wasseranschluss, dem Kostenanschlage gemäß, genehmigen. - Angenommen.
4. Aufnahme neuer Mitglieder. Es haben sich zum Eintritt gemeldet die Herren Rektor Welteke, Lehrer Dittmar (Wrexen), Louis Grünewald (Hannover), Postdirektor Schreiber (Kassel), ferner der Vors. des Eggegebirgs-Zweigvereins in Scherfede, Herr Fabrikant Rosskamm. Sämtliche Herren werden als Mitglieder aufgenommen.
5. Zahlung der Beiträge.
6. Sonstiges. Der Vors. teilt mit, dass das Mitglied Prof. König (Korbach), welches sich für Rhoden und den Verein stets interessiert habe, verstorben sei. Zur Ehrung seines Andenkens erheben sich die anwesendem Mitglieder von ihren Sitzplätzen.
Schließlich wird in Aussicht genommen, die nächste Generalversammlung in Wrexen abzuhalten.



Protokoll der Ausschusssitzung vom 30. September 1902

Beschlüsse wurden nicht gefasst, weil die Mitglieder nicht in beschlussfähiger Anzahl erschienen waren. In der Sitzung wurde aber das Inventarien-Verzeichnis bis auf die letzten Anschaffungen vervollständigt bzw. richtig gestellt.
An Mitgliedern waren außer dem Vorstand und Schriftführer die Herren Schatzmeister Hartmann und Assessor Huber anwesend.




Protokoll der Generalversammlung vom 5. Oktober 1902

1. Das Protokoll der Generalversammlung vom 13. Juli wird genehmigt.
2. Mitteilungen und Bericht. Der Vors. teilt mit, die Arbeiten am Stadtkump seien nunmehr vollendet, der Wasseranschluss hergestellt, auch habe das Wasser bereits gespielt. Durch eine kleine Bodensenkung sei die Grotte in eine schiefe Stellung gekommen. Gärtner Stietz habe sie aber alsbald wieder gerade gerichtet. Vielleicht senke sich die Grotte im Winter noch etwas, wovon eventuell im Frühjahr Mitteilung gemacht werde. Die Ausschusssitzungen haben stattgefunden bis auf die im August. An der Abhaltung dieser sei der Vors. wegen Trauer verhindert gewesen. Im September sei das Inventarien-Verzeichnis vervollständigt worden. Ein Einblick in dasselbe beweise, was in den Jahren des Bestehens des Vereins geleistet sei. Der Vors. macht Mitteilung vom Eingange eines Schreibens des Rech. Rates Manette in Potsdam, in welchem derselbe den aus Anlass der Landesaufnahme auf den Siebenbuchen errichteten Vermessungsturm dem V.V. für den Preis von 10 Mark zum Kaufe anbietet. Weiter teilt der Vors. mit, dass das Mitglied
Frl. Grünewald, Schwester des Vors., gestorben sei. Dieselbe habe den Verein gründen helfen und habe stets viel Interesse für den Verein - wie überhaupt für Rhoden - an den Tag gelegt.
Die Versammelten ehren das Andenken der leider so plötzlich und so früh Verstorbenen durch Erheben von ihren Sitzplätzen.
Dass der Verein sich weiter entwickelt, beweist die Zahl der Mitglieder, welche jetzt 118 beträgt. Die Mitglieder verteilen sich wie folgt: Auf das Gebiet selbst entfallen 81, auswärtige 37, darunter 20 im Auslande.
Der geplante gemeinschaftliche Ausflug unterblieb des ungünstigen Wetters wegen.
Der Bericht des Vors. schließt mit dem Antrage, die Versammlung wolle die Nichtabhaltung der Ausschusssitzung im August entschuldigen. Dies geschieht einstimmig.

3. Beratung wegen Übernahme des Vermessungsturmes auf den Siebenbuchen.
Der Vors. verliest das im Bericht erwähnte Schreiben. Aus demselben geht hervor, dass die Errichtung des Turmes 68 Mark gekostet hat und als Kaufpreis jetzt 10 Mark angesetzt sind. In der Diskussion wird erwähnt, Siebenbuchen sei ein interessanter Aussichtspunkt (Blick in die Hessen-berge). Die Schaffung einer Aussichtsgelegenheit daselbst sei früher schon geplant. Der Vors. stellt den Antrag, dass der Verein den Turm für den Preis von 10 Mark übernehmen soll. - Einst. angenommen.

4. Besondere Wünsche des Bezirks Wrexen-Orpethal. Der Vors. bemerkt, dass sich die Vereinstätigkeit nicht über Rhoden allei, sondern über die ganze Umgegend erstrecke. Das Werk Kumpanlage, für dessen Ausführung die auswärtigen Mitglieder auch gestimmt hätten, sei als Ehrenpflicht angesehen worden. Außerdem sei der Verein aber auch auswärtigen Wünschen zugängig. Der Vors. bittet, Wünsche aus dem Bezirk Wrexen zu äußern. Aus der Versammlung wird eine Wegebezeichnung nach dem Quast - Rimbecker Tal - Leuchte - Scherfede für nötig gehalten. Man glaubt aber, von der Ausführung aus besonderen Gründen vorläufig Abstand nehmen zu sollen. Mitglied Pohlmann macht den Vorschlag, der Verein möge Anschluss an einen Vogelschutz-Verein suchen. Der Vors. sichert zu, sich darüber zu orientieren. Herr Pohlmann gibt weiter dem Verein anheim, jetzt weniger für Bänke auszugeben, um einen größeren Betrag dem Turmbaufonds zuführen zu können.
5. Theatervorstellung im Winter. Tröll beantragt, diesen Punkt dem Ausschuss zu überweisen. Ang.
6. Wahl der Rechnungsrevisoren. Es werden die Herren H. Köhler u. Herr Pohlmann (Wrexen) vorgeschlagen und von der Versammlung einst. gewählt.
7. Aufnahme neuer Mitglieder
8. Erhebung der rückständigen Beiträge.
9. Sonstiges.

Protokoll über die in der heutigen Generalversammlung erfolgte Wahl des Vorstandes.

Nach Nr. 8 der heutigen Tagesordnung soll Neuwahl des Vorstandes für 1903 - 1905 stattfinden.
Anwesend sind 26 Mitglieder. Die Wahl wird vorgenommen und ergibt:
Pfarrer Grünewald 21 Stimmen
Tröll 2 Stimmen
Fr. Brand 1 Stimme
Otto Sinemus 1 Stimme
Pfarrer Grünewald ist somit gewählt und nimmt die Wahl dankend an.



Prot